Zola Jesus – Stridulum II

von Benjamin am 13. August 2010

in Musik!

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Zola Jesus nennt sich die 20jährige Nika Roza Danilova und veröffentlicht mit „Stridulum II“ nun in Europa ein 9-Track-Album, welches im atmosphärischen Pop seinesgleichen sucht. Die Stücke sind fast schon industrial, aber immer eingängig. Jedes Stück schwankt zwischen Melancholie und Hoffnung, wobei in diesem Spanungsfeld eine große Energie entsteht.

Die Stimme von Zola Jesus ist wahrscheinlich im Popbereich einzigartig. Die Dramatik und Fülle der Stimme, die der vom Industrial beeinflusste Sound mit Synthie-Klangteppichen noch unterstützt, würde wahrscheinlich auch in der Oper bestehen können. Wobei man hier klar sagen muss, dass die 80er wieder ein Einfluss waren. Vielleicht trifft die Beschreibung „Gothic-Version der Eurythmics“ die Musik von Zola Jesus. Aber es ist spannender als viele Veröffentlichungen im Gothic-Bereich. Interessanterweise würde es bei einigen Songs nicht wundern, wenn ein Gitarrensample aus einem Frühwerk von U2 beigemischt würde. Wobei man U2 und Eurythmics langweilig finden kann, Zola Jesus aber (zumindest mich) fesselt. Warum kann ich nicht beantworten. Vielleicht weil diese Musik auch nur von einem Klavier begleitet als Singer-/Songwriter-Sache funktionieren könnte (wie das abschließende „Lightsick“ andeutet)? Oder weil jeder der neun Songs eine ungeheure Hoffnungslosigkeit in sich birgt und gleichzeitig euphorisierend wirkt. Anspieltipps: „Night“, „I Can’t Stand“ und „Sea Talk“.

Ein sehr gutes Album.

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