Yeah Yeah Yeahs – It´s Blitz!

von Pynchon am 7. April 2009

in Musik!

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Drei lange Jahre des Wartens sind vorüber. Feierte die 2007 eingeschobene EP „Is Is“ noch die frühen Tage des dreckigen Indie-Rocks, den die Yeah Yeah Yeahs in ihrem Durchbruch „Fever to tell“ mit wehklagend malträtierten Gitarren und Karen O´s ungebändigtem Kreischgesang zur Perfektion trieben, dürften die New Yorker mit dem im April erscheinenden „It´s Blitz!“ ihre nach Hinterhof-Krawall lechzende Anhängerschaft spalten: denn das neue Album ist eine Hommage an Disco und Synthie-Pop!

Die erste Single-Auskopplung „Zero“, eine schöne Pop-Nummer, die ebenso wie das Video den Flair der 80er wiederbelebt, und der Nachfolge-Track „Heads will roll“ lassen „It´s Blitz!“ titelgerecht wie einen Paukenschlag beginnen, und auch wenn „Heads will roll“ mit seiner ungezügelten Disco-Verliebtheit die ein oder andere Schock-Starre bei Indie-Puristen auslösen dürfte, bin ich doch nach mehrmaligem Hören geneigt, den neuen Weg mitzugehen, der unter dem Motto „off with your head, dance ´til you´re dead“ beschritten wird. Unverkennbar ist und bleibt die schiere Spielfreude und Energie, mit der die Band zu Werke geht.

Verblüffend jedoch, dass mich Karen O´s Gesang tatsächlich derart überraschen kann, aber so sanft und verletzlich wie in den Balladen „Skeletons“ – mit elektronischen Elementen und Dudelsack-ähnlichen Klängen untermalt – und dem sehr fein komponierten „Runaway“ habe ich sie bislang noch nicht gehört. Und dann doch wieder zwei Stücke, die an die alten Zeiten erinnern: „Dull Life“ ist nicht nur mit aufregend Gitarrenriffs und Karen O´s vertraut-rotziger Stimme ausgestattet, er bietet außerdem einige erstaunliche Rhythmus-Wechsel und einen packenden Refrain. „Shame & Fortune“ wiederum, wenngleich ebenfalls dem Rock verpflichtet, ist das einzige Stück, das mich auch nach mehrmaligem Hören eher kalt lässt.

Diese Rezension bleibt unvollständig, bevor ich nicht zwei Perlen lobpreise, die sich am Ende des Albums befinden: „Dragon Queen“ hört sich so wenig nach den Yeah Yeah Yeahs an wie kein anderer Track auf „It´s Blitz!“. Eine hartnäckige Assoziation mit dem Synthie-Klassiker „Visions of China“ der 80er Band „Japan“ lässt mich nicht los: Exotisch, hypnotisch, rätselhaft – ein klasse Song!

Und dann natürlich „Hysteric“, ebenso brilliant, ein bezwingend-poetisches Liebeslied, dem sich kaum ein Hörer, egal wie er zum Rest des Albums steht, wird entziehen können: „Flow sweetly, you suddenly complete me, you suddenly complete me.“ Um etwas wirklich Außergewöhnliches zu schaffen, das den enormen Hype, der rund um die Yeah Yeah Yeahs entstanden ist, rechtfertigen zu können, mussten sie sich verändern und weiter entwickeln. Ein klasse Album!

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