Yeah Yeah Yeahs- Is Is (EP)

von Pynchon am 7. August 2007

in Musik!

Post image for Yeah Yeah Yeahs- Is Is (EP)

Eigentlich gebe ich nicht viel auf EPs, da sie ja nicht selten aus Lückenfüllern und halbgaren B Side-Tracks bestehen, die es nicht auf ein reguläres Album geschafft haben, doch Obacht, Freunde: Diese EP kommt von den Yeah Yeah Yeahs und markiert den musikalischen Nachfolger des hervorragenden Debütalbums „Fever to tell“ und des starken Zweitlings „Show your bones“– also reinhören, dachte ich mir!

„Is Is“, fünf Songs und etwa 18 Minuten lang, bedeutet die Rückkehr der Band zum dreckigeren Stil von „Fever to tell“, klingt weitaus härter als das vielleicht ein wenig kommerziellere „Show your bones“. Fans, die befürchtet haben, der Weg der Band weist in den massenverträglichen Kommerz á la Rock am Ring, seien beruhigt, denn „Is Is“ hört sich so ganz nach schmutzig-verqualmten New Yorker Keller-Gig an- Reespekt!

Ohne jede Übertreibung, von der msuikalischen Qualität her könnte ausnahmslos jeder der fünf Songs seinen Platz auf einem der regulären Vorgänger-LPs finden und einige der dortigen Tracks mehr oder weniger leicht verdrängen (von absolten Klassikern wie „Pin“, „Honeybear“ oder „Chaeted Hearts“ einmal abgesehen).

„Rockers to swallow“, der Opener, treibt mit seinen harten Gitarrenriffs und einem pulsierenden Beat voran und untermalt Karen O´s energiegeladenen, rausgeschrienen Lyrics- das geht schon mal hochklassig los. Und hält sein Niveau: „Down Boy“ beweist, das Karen O sich nicht nur heiserschreien kann, sondern wirklich eine wunderschöne Stimme hat. „Down Boy“ ist ein wunderschöner Popsong, geradezu Tanzflächen-Doping, eindringlich und bisweilen hypnotisch. „Kiss, Kiss“ kommt wieder rockiger, auf der Tanzfläche bleiben wir aber notgedrungen. Drums und Gitarrenriffs sind fokussiert und konzentriert. Spätestens beim eindringlichen vierten Song, „Isis“, ist klar, dass wir einem absolten Meisterwerk lauschen. So gut die Vorgängeralben waren, leicht ließen sich die Highlights herausfiltern aus einem starken Feld. Doch welchen Song sollte ich aus diesen fünf phantastischen Songs den anderen vorziehen?

Den Abschluß dieses musikalischen Ereignisses (das man in einer späteren Rückschau vielleicht tatsächlich als bedeutenden Schritt in der Entwicklung der Band ansehen wird) markiert „10 x 10“, wo es heißt: „Ten by 10, three by three, was the house that buried me/Did I really drown?“ Das steht stellvertretend für die Stimmung von „Is Is“: Wütend, verzweifelt, durchaus pessimistisch, aber voller Leidenschaft- ein Meisterwerk!

Genug der Worte, der Rest ist Schweigen, bzw. „Is Is“!

Share Button

{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 Sterereo August 8, 2007 um 13:02 Uhr

Klasse Rezension. Außerdem gibt’s die EP bei Amazon für sehr günstiges Geld. Wäre vielleicht mal was als Gimmick bei der nächsten Bestellung.

Aber nochmal zu deiner Schreibe: Die finde ich nämlich sehr fein! Also bloß nicht bei dieser einen Rezi belassen!

Previous post:

Next post: