Yael Naim – She Was A Boy

von Hififi am 16. Mai 2011

in Musik!

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Yael Naim wandelt nicht nur geographisch zwischen Welten, so stehen auf der Habenseite französisches, englisches und hebräisches Liedgut und ein globalisiertes Instrumentarium, dass ihr bereits vor über drei Jahren Ruhm und Ehre brachte. Nun nur auf das Englische setzend, soll „She Was A Boy“ den popverwöhnten Ohren wohl ohne muttersprachliche Ausflüge schmeicheln.

Die 33-jährige gebürtige Französin verdankt den reißenden Absatz ihres zweiten, selbstbetitelten Albums nicht zuletzt einer Werbekampagne, für die ein gewisser Steve Jobs sich „New Soul“ auserkoren hatte. Selbst vor den amerikanischen Charts machte der Song nicht halt, die zuvor noch nie einen israelischen Künstler beheimaten konnten. Nun gibt es nichts einzuwenden gegen Charterfolge, auch nicht gegen offenherzig liebliches Songwriting, um aber ungefähr verorten zu können, was „She Was A Boy“ zu bieten hat, sind ebendiese Eckdaten kaum verzichtbar. Ambitionierten Songwriter-Pop mit Naims zuckersüßer Stimme, immer gerne Brücken bauend zwischen Folk, Jazz und der Verspieltheit der späteren Beatles-Werke, die sie als wohl größte Inspiration anführt. Der klassische Klavierunterricht der Jugendtage ist zudem unterschwellig gut heraushörbar. Zu viele Köche (Einflüsse) verderben den Brei? Ja, irgendwie schon ein bisschen, leider.

Aber wenn zwischen viel Mittelmaß eine Ballade wie „Today“ aufhorchen lässt und Yael Naims klassische Wurzeln offensichtlicher zu Tag treten, dann lässt sich über vieles hinwegsehen. Hier scheint vor allem eine Joni Mitchell und ihr Grammy-prämiertes „Both Sides Now“ durch, ein an unsterblicher Schönheit kaum zu toppendes Jahrhundertalbum. Das stärkste Stück dieses Album allemal.

Das große Problem mit „She Was A Boy“ ist vor allem seine gewisse Beliebigkeit und die Überfrachtung einzelner Songs, die auf das wesentliche reduziert viel mehr Souveränität verbreitet hätten. Zwar ist ihr mit „Come Home“ wieder eine echte Single geglückt, im Norah Jone’schen Sinne, und das ganze Album lässt sich immer wieder hören ohne zu langweilen, aber begeistern kann es nicht.

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