Xiu Xiu – Always

von Benjamin am 28. Februar 2012

in Musik!

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Xiu Xiu sind ein wild ride. Vom ersten Ton an, den ich von dieser Band um Jamie Stewart gehört hatte, wusste ich dass hier eine Allianz geschmiedet wurde, den elektronischen Indie in Brand zu setzen und aus der Asche kleine Vögelchen zu basteln, die mir etwas ins Ohr zwitschern. Wahlweise hatte man bei Xiu Xiu auch das Gefühl, dass bei den Aufnahmen eine starke Performance mitspielte, eine bei der wild im Studio herumgevögelt wurde, wahlweise direkt auf den Synthies und anderen Instrumenten. Zwischendurch hat man auch einfach die Synthies die Treppen runtergschmissen und geschaut, wie sich das so anhört. Das Problem bei all dem ist ja: das hörte sich alles sehr sehr gut an. Es war im floskeligsten Sinne erfrischend Xiu Xiu zuzuhören, vor allem Jamies weinerlichem Gestöhne, immer mit sehr viel Raumumgebung aufgenommen. Alles an Xiu Xiu klang schon immer wie eine Splitterbombe: Instrumente zerstören und sehen, wo die Teilchen hinfliegen. Auf den letzten beiden Alben ist Xiu Xiu – für seine Verhältnisse – ein wenig heruntergekommen, aber immer noch regieren äußerst heterogene Soundwelten auf seinen Alben und das ist mit Abstand die Spitze des Post Indie Rocks, es biedert sich an nichts an, es ist unter 1000 Band wiederzuerkennen, und wer schafft das schon?

Wie kann also ein Xiu Xiu Album klingen? Im Prinzip erkennt man an jedem Track einen Song, mit wiederkehrenden Melodien und Strophe und Refrain und allem drum und dran. Nur das bei Xiu Xiu die Erzeuger-Elemente einfach mal ausgetauscht werden oder übersteuert oder auf einmal wild ausbrechen, dann wieder zurückkehren, dann leise weiterspielen, dann wieder laut. So ein bisschen als wären die Instrumente manisch depressiv und unvorhersehbar in ihrer Entwicklung. Auch auf „Always“ funktioniert das alles nach diesem Prinzip, auch wieder etwas mehr als auf dem Vorgänger. Man braucht schon einen guten Satz Nerven um z.B. „I Luv Abortion“ durchzustehen. Diesen Ansatz hat man im deutschen NDW-Avantgarde schon einmal sehr stark gefahren, wie z.B. Die Tödliche Doris das gemacht haben. Wenn man allerdings so eine markante Stimme wie die von Jamie Stewart hat, muss man Xiu Xiu einfach mögen oder hassen, bei Antony and the Jonsons ist das ebenfalls der Fall. Auf diese Stimme kann man sich nicht „einigen“, entweder man schreit dafür oder dagegen.

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