Woven Hand – Forum Bielefeld, 19.11.08

von Hififi am 24. November 2008

in Feierlichkeiten

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16 Horsepower sind mir im Laufe der Jahre doch sehr ans Herz gewachsen, bis David Eugene Edwards zusätzlich Woven Hand ins Leben rief. Jetzt hat er den „Death Folk“ seiner ehemaligen Hauptband zu Grabe getragen und versucht sich an einer „Pop-Version“ von 16 Horsepower namens Woven Hand. Ich für meinen Teil trauere immer noch, aber 200 zahlende Gäste sehen das anders und so versammeln wir uns, um Edwards dabei zu zu sehen, wie er leidet und dem Publikum seinen Weltschmerz entgegen schleudert.

„American Wheeze“ von 16 Horsepower ist für mich ein unglaublicher Song, in der Woven Hand-Version leider nur ein Schatten seiner selbst. In den Live-Versionen die mir bekannt sind, ist der Sound zumeist kristallklar und differenziert. Bei Woven Hand geht alles in einem breiigen Matsch aus Bass und Gitarren unter und Ordy Garrison prügelt mit seinem Schlagzeug drüber. Das eigentliche Highlight, nämlich der Gesang David Eugen Edwards‘ geht dabei ziemlich unter. Mit differenziert meine ich, dass man die verschiedenen Instrumente voneinander unterscheiden können sollte, aber außer Bassgewummer und Gitarrenteppichen ist da leider nicht viel zu hören. Und jetzt kommt der Hammer: Mit einiger Sicherheit soll das so klingen, also kein Vorwurf an den Mischer. Für meine Ohren klingt dann jeder Song gleich, gleich düster, selbst Edwards‘ jodelnder Gesang ist heute weniger jodelnd, vielleicht hört man das aber auch einfach nicht. In Anbetracht dessen, das man ja zusätzlich ausschließlich Moll zu Gehör bekommt, macht sich bei mir eine leicht suizidale Stimmung breit, die ich in diesen trüben Novembertagen nicht gebrauchen kann. Woven Hand ist das egal und die vier Musiker sehen auch nicht gerade nach Karneval aus. Das einzige was hier versprüht wird ist Edwards Spucke die er großzügig in den ersten Reihen verteilt.

Aber vorher gab es noch Rose Kemp aus Nordengland, die ganz in Schwarz und nur mir ihrer elektrischen Gitarre verstärkt, das Forum vorheizen soll. Das Ganze beginnt mit einer ohrenbetäubenden Rückkopplung, die Frau Kemp dadurch erzeugt, dass sie mit ihrer Gitarre direkt vor ihrem Amp hockt und dabei was indisch klingendes jodelt. Und zwar ohne Mikro! Braucht sie eigentlich auch gar nicht, die Frau singt so glasklar und unglaublich laut, dass hier eigentlich keine Verstärker vonnöten gewesen wären. Aber so ist es dann halt richtig laut und ihr erster Song klingt von der Gitarrenarbeit her nach Earth, dröhnt also ganz unerträglich. Ist aber toll und skurril, weshalb das Forum-Publikum erstmal nur verhalten applaudiert, zum Schluss ihres halbstündigen Sets, sind diejenigen die vor der Bühne ausgehalten haben, aber sichtlich überzeugt, sodass Rose Kemp eine gebührende Verabschiedung zuteil wird. Und dann halt Woven Hand…

Rose Kemp spielt am 9.1.09 übrigens wieder im Forum, diesmal mit Band. Sollte man nicht verpassen!

Foto: Bandpage

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