Wooden Peak – Lumen

von Pynchon am 16. Mai 2011

in Musik!

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Wooden Peak, das ist das Rostocker Duo Jonas Wolter und Sebastian Bode. Ihren ersten Pluspunkt sammeln sie mit dem bemerkenswert gelungenen Artwork des gefalteten Pappcovers, das nicht nur optisch zu begeistern weiß, sondern sich auch nach sauberer Handarbeit anfühlt. Aber hält der musikalische Inhalt, was die Form verspricht?

Von der personellen Beschränkung eines Duos kann man ja, als Gegenbeispiel seien etwa The Dodos angeführt, nicht automatisch auf eine spartanische Beschränkung der musikalischen Ausdrucksform schließen, aber Wooden Peak bedienen sich in der Tat genau der Mittel, die sie benötigen. Also kein unnötiger instrumenteller Schnickschnack – akustische Gitarre, behutsam gestreichelte Drums und fragiler Gesang müssen reichen. Nicht zu vergessen die von Jonas Wolter bediente Fußorgel und ein paar elektronische Elemente. Das klingt dann in seiner Gesamtheit nach verträumt-versponnenem Indie-Pop und ordentlichem Singer-Songwriter-Handwerk.

Die entscheidende Frage ist ja bei allem Bemühen und vorhandenem Talent, ob da etwas beim Hörer hängen bleibt, das eine unverwechselbare oder zumindest persönliche Note erkennen lässt. Da behaupte ich einfach mal, absolut ist das so. Die Songs aus „Lumen“ biedern sich nicht an, sind vielmehr angereichert mit interessanten, vielschichtigen Melodien, die mal nicht so eben nebenbei im Radio oder beim Hausputz konsumiert werden wollen, sondern in ihrer reduzierten Darbietung tiefgründige Qualität besitzen. Manche Titel sind märchenhaft kryptisch. Ein Stück wie „Baumkronenherrscherin“ klingt auf verspielte, improvisatorische Art nach Freejazz, der Titelsong „Lumen“ setzt ganz auf zweistimmigen Gesang und atmosphärische Gitarren-Riffs. Mal abgesehen, dass Wooden Peak ohnehin auf englisch singen, aber ihre Musik klingt ohnehin so gar nicht nach deutschem Popcharts-Liedergut – und das ist als Kompliment gemeint.

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