Women – Berlin Magnet Club, 26.02.09

von am 6. März 2009

in Feierlichkeiten

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Wie eine Vorband zum verdienten Mainact wurde.

Aus der Reihe der neuen Psych-Folker, die alle klingen, als hätten sie eine Zeitreise in die 60er gemacht und wären danach sofort wieder ins Jetzt gekommen, um ihre Erlebnisse mit aktueller Independentmusik zu vermischen, kommen WOMEN.

„Black Rice“ klingt wie ein Zusammentreffen der Peanut Butter Conspiracy und Velvet Underground und wurde von Pitchfork Media auf Platz 18 der besten Songs 2008 gewählt. Eigentlich klingen nahezu alle Songs dieser Band, wie eine Erinnerung an die 60er. Im Berliner Magnet Club haben sie beim Techniker sogar extra einen „Sixties-Sound“ bestellt, also viel Bass und den Schellenkranz des Drummers muss man deutlich hören können.

Patrick Flegel spielt mit seiner Stimme und so erhalten die Songs alle etwas einzigartiges. Sie spielen mit ihren Effektgeräten und zaubern einen psychedelischen Noise-Nebel, der von der Bühne durchs Publikum zieht und jedem diese bunte, für die damalige Zeit typische, Kaleidoskop-Optik in die Augen zaubert.

Zwischen den ersten 3 Songs sind die Übergänge so fließend, dass nichtmal Zeit für Applaus bleibt. Es scheint, als legten sie auch keinen großen Wert darauf, um sich besser auf ihre Musik konzentrieren zu können.

Wundervolle Melodien und Gitarrenvirtuosität mischen sich mit ruhigem Gesang.

Man kann einfach mental dahin schweben. Es gibt hier und da Taktwechseln, die jedoch dezent eingesetzt sind und die Songs noch interessanter machen.

Es ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen, dass einige Mitglieder der Band bereits das Folk-Genie Chad VanGaalen auf seiner Tour live unterstützt haben. Das prägt natürlich. Im Falle der Canadier von WOMEN sogar so sehr, dass sie ihr Debut „Women“ prompt von Chad produzieren lassen und auf seinem Micro-Label „Flemish Eye Records“ (Jagjaguwar in den USA) veröffentlichen.

Eigentlich sollten sie ja Deerhunter supporten, die dann jedoch ihre Deutschland-Gigs abgesagt haben und so WOMEN zum verdienten Haupt-Act machten.

Momentan noch ein echter Geheimtip für Freunde der neueren experimentellen Künstler, wie Abe Vigoda, Here We Go Magic oder Vivian Girls. Außerdem mal wieder mal eine absolute Live-Band. Einfach großartig.

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