Wolfgang Müller – Gegen den Sinn

von Hififi am 3. Oktober 2009

in Musik!

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Hat Wolfgang Müller nicht vielleicht sogar mehr mit Manfred Krug gemein, als mit Gisbert zu Knyphausen? Das ist gar nicht so einfach, die jazzigen Momente auf „Gegen den Sinn“ sprechen für unseren Fleischmützenträger (Manfred Krug jetzt, gegen Müllers Frisur will ich nichts gesagt haben, obwohl sie ähnlich ist). Die kryptischen, manchmal doch eher zynischen Texte sind der Knyphausenschen Feder recht ähnlich. Das Instrumentarium atmet zudem aus allerlei Poren Element of Crime und verbindet somit die besten deutschen Liedermachermomente auf einer wunderbaren Herbstplatte, wie sie melancholischer kaum sein könnte.

Irgendwie schon wieder doof, dieses ständige Kategoriesiren, aber gerade im Fall deutscher Musik ist es manchmal fast notwendig. Es gibt einfach nicht so wahnsinnig viel Gutes von dem sich Interpreten heutzutage eine Scheibe abschneiden mögen und wenn Wolfgang Müller nun gerne Manfred Krug und Element of Crime gehört hat und „Gegen den Sinn“ nun einmal danach klingt, dann ist das ausnahmslos positiv besetzt, nichts anderes. Liedermachertradition mit Folk und Jazz-Elementen gepaart mit einer Feder, für die andere töten würden, so in etwa lässt sich zusammenfassen, was der Herr in seine elf Songs gepackt hat. Auf einmal lohnt sich das Studium der Texte bei gleichzeitigem Konsum des Albums wieder, bei Zeilen wie „Wir versprechen uns nur langsam, was uns hält, aber langsam ist präzise, und präzise ist schnell“. Ganz klar lässt sich diese These auch über die Musik, über die „Band“, Müllers Mitstreiter eben, sagen. So pointiert, dezent und überaus warm, sodass der Herbst ruhig kommen kann, solange wir diesen Langspieler hören können, spielt die Kapelle auf und das ist toll. Es wäre einfach wunderbar, wenn es vergleichbare Musik häufiger geben würde, aber diese Qualität muss erstmal erreicht sein, also besser doch es gibt nur einige wenige und zu denen darf Wolfgang Müller sich zählen, dessen neues Album wohl so schnell meinen CD-Player nicht wieder verlässt.

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