William Fitzsimmons – Kamp Bielefeld, 02.12.11

von Sterereo am 21. Dezember 2011

in Feierlichkeiten

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„Ich bin ein Arschloch“, gibt der Mann mit dem Bart unumwunden zum Besten. Dabei verschluckt er die letzte Silbe zu einem krachenden „K“. Die Rede ist von einem Amerikaner, dessen Rauschebart schwarz schimmert im Rampenlicht. William Fitzsimmons, ein Mann für leise und sinnliche Singer/Songwriter-Momente, will wohl in Bielefeld zur Abwechslung ein paar Antipathien ernten. Klappt nicht.

Dafür versteht er sein Handwerk viel zu gut. Den Bauplan für wunderschöne, kleine Songs im Gepäck, ist Fitzsimmons nun auf Grönland untergekommen. Jenes Label, dass von Herby Grönemeyer höchstpersönlich aus der Asche gehoben wurde. Jetzt mit Kollegen wie Windmill, Broadcast 2000 und jenem rasend erfolgreichen Studentinnen-Pop-Duo „Boy. Was den kahlköpfigen Vollbartträger nun also ins winterliche Ostwestfalen verschlägt, sollte damit geklärt sein: Tolles, neues Album und deutsches Label. Was den Auftritt sofort fesselnd macht, ist die unglaubliche Präsenz der Songs, die mit elekrtrisierten Instrumenten und Mit-Musikern noch entscheidend greifbarer sind, als die geflüsterten Töne der Platte. „Psychasthemia“ mit lauten Schlagzeug und dem beschwörenden „cut me open please“ können da selbst die gemeinsten „Grey‘s Anatomy“-Rufe einer Männerbande nichts anhaben. Außerdem total deplatziert, die Arzt-Schnulz-Songs sind „Passion Play“ und „Please Don’t Go“. Doch genug der Haarspalterei (hihi, Kalauer), William Fitzsimmons ist sicher kein Arschloch. Höchstens weil er so schöne Songs arrangiert, die wie „Beautiful Girl“ noch ewig nachklingen und weil zu viele Bielefeld davon Wind bekommen haben.

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