Wilco – A Ghost Is Born

von Hififi am 29. August 2006

in Musik!

Post image for Wilco – A Ghost Is Born

Jeff Tweedy ist Wilco. Das ist kein großes Geheimnis, und auch kein Wunder, wenn mitten in den Aufnahmen, die Mitstreiter das Handtuch werfen. „Yankee Hotel Foxtrot“ kostete Jay Bennett den Job, und nun musste der Nachfolger ohne Leroy Bach auskommen. Trotz dieser widrigen Umstände ist „A Ghost Is Born“ das erwartet starke Album geworden. Besonders sind die kleinen Unterschiede, die bei genauerem Hören immer größer werden. Der Folk weicht dem Blues, das Barpiano bekommt seinen Platz und selbst die Beatles scheinen im Studio vorbeigeschaut zu haben.

Der erste Brocken: „At Least That´s What You Said“ beginnt fast unmerklich und vermeintlich harmlos, Tweedy singt leise und seine Stimme scheint fragil. Ab 2:30 übernimmt die Lead-Gitarre das Regiment und spielt ein wundervoll kaputtes Solo, kein Gesang mehr, nur noch Gitarre und Schlagzeug. Ein Feedback beendet den ersten Akt.

„When the devil came he was not red/ he was chrome and he said/ come with me/ you must go/ so I went”, ähnlicher Aufbau, gleiche Stimmung, “Hell Is Chrome” ist trotzdem irgendwie intensiver, die zu transportierenden Emotionen verletzlicher.

“Spiders (Kidsmoke)” ist eine Klangcollage in 11 Minuten, ein nicht mehr endendes Gitarrensolo. Krautrock und Kraftwerk, Intensität und Nostalgie.

„Hummingbird“ ist Elvis Costello, ist Paul McCartney, ist wunderschön und schon seit Wochen in der Endlosschleife. Ein Kleinod, klingt wie aus dem Ärmel geschüttelt und doch nach viel Arbeit. „His goal in life was to be an echo/ the type of sound that floats around and then back down/ like a feather/ but in the deep chrome canyons of the loudest Manhattans/ no one could hear him/ or anything.”

Gitarrenfeedback, eine beschwingte Melodie und die gewohnt ernsthaften Texte. Ein Meisterwerk mehr auf einem meisterlichen Album. „Handshake Drugs“ verliert sich in Loops und wird sofort vom nächsten großen Song aufgefangen.

So könnte man jetzt weitermachen, aber am besten ihr entdeckt die restlichen sechs Songs selbst. Mich hat schon lange kein Album mehr so überzeugt.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: