Wendy McNeill – A Dreamer´s Guide to Hardcore Living

von Pynchon am 8. Juni 2009

in Musik!

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Eine originell-gelungene Mischung aus Folk, Pop-Cabaret und – man höre und staune – akkordeon-untermalten Seemannsballaden serviert die aus dem kanadischen Edmonton stammende Songwriterin Wendy McNeill auf ihrem inzwischen erstaunlicherweise bereits sechsten Album. Erstaunlich deshalb, weil man sich unter dem Eindruck ihrer sehr einprägsamen Musik doch fragt, warum sie es nicht zu größerer Bekanntheit á la Norah Jones oder Aimee Mann gebracht hat, die ja beide auch mit einem prägnant-charakteristischen Songwriter-Stil zu großem Erfolg kamen.

Was bislang nicht war, könnte McNeill mit ihrem aktullen Album „A Dreamer´s Guide to Hardcore Living” durchaus gelingen. Ob man sich Stücke wie „Flight“, „Ask me no questions“ oder „Stop“ nun in einer alten Seefahrerkneipe oder auch in einem verrauchten Pariser Club der späten vierziger Jahre vorstellen will ist ganz egal, schön ist auf jeden Fall, mal wieder ein Akkordeon in der Popmusik zu hören! Andere Lieder wie das minimalistische „Lutetia“ oder das mehrstimmig vorgetragene „Crossing Hearts/Cutting Threads“ bestechen durch reduzierte Melodien und gefühlvoll eingesetzte Gitarrenklänge, die nie ins süßliche kippen (wie manche spätere Songs der bereits genannten Norah Jones), sondern eine düstere Note transportieren, die vielleicht von Wendy McNeills Highschool-Lieblingen wie The Cure, Sisters of Mercy oder Siouxie and the Banshees inspiriert ist.

Ein weiterer Einfluss, der mich als Fan natürlich sofort an die Dresden Dolls denken lässt, rührt wahrscheinlich vom Musik-Cabaret her – „The Sad Sssad Story of Rosa Rabbit and Sasha Snake“ könnte man sich gut auf einer Bühne vorstellen. In einem kleinen Club dürfte ein Live-Konzert von Wendy McNeill sicherlich sein Geld wert sein. Für ihr neues Album gilt das auch, wenn man es zuhaus in der Küche hört!

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