We Were Promised Jetpacks – Karlstorbahnhof Heidelberg, 20.01.2010

von Kathy am 27. Januar 2010

in Feierlichkeiten

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Uns wurden Raketenrucksäcke versprochen! Aha – Raketenrucksäcke? Wer diese Vokabel ebenfalls nicht in seinem aktiven Wortschatz verwendet, der hat doch zumindest gleich ein paar passende Assoziationen parat: Dynamik, Energie, Volldampf.

Das Konzert findet heute abend nicht im großen Hauptraum, sondern im kleineren Klub K im Obergeschoss des Karlstorbahnhofs statt. Hat der Veranstalter mit vergleichsweise wenig Publikum gerechnet, denn We Were Promised Jetpacks haben schließlich erst vor wenigen Monaten ihr Debütablum „These Four Walls“ herausgebracht. Die rundum verglaste Lounge begrüßt uns mit einer schmucken Aussicht auf Heidelbergs Bonzenviertel Neuenheim und den Neckar. Irgendwie ist das eine skurrile Mischung: draussen die schicken Villen und drinnen bereitet man sich mit Flaschenbier auf ein rotziges Konzert vor. Aus den Lautsprechern ertönen psychedelische Geräusche vom Tonband, die Schotten haben nämlich keine Vorband mitgebracht.

Als um 10 Uhr dann Adam Thompson (Gesang, Gitarre), Michael Palmer (Gitarre), Sean Smith (Bass) und Darren Lackie (Schlagzeug) aus Glasgow die Bühne betreten ist der Klub K bis zum Anschlag gefüllt.

Neues aus der Indie und New Wave Szene hat es heutzutage nicht leicht, gibt es doch mittlerweile zu viele Bands, gegen die man sich behaupten und dann am besten auch noch abgrenzen soll. Doch We Were Promised Jetpacks müssen sich hier nicht hinter großen Namen verstecken und legen gleich mit „Keeping Warm“ los. Das knapp 5 Minuten lange Instrumentalintro dient der Band dabei anscheinend gleichermaßen als Aufwärmritual. Es folgt die Hymne „Quiet little voices“. Universelles Markenzeichen ist Adams klare und durchdringende Stimme mit dem schönen britischen Akzent, die leicht melancholischen Melodien und die ungeheure Kraft der Gitarren und des Schlagzeugs. Die Band wirkt überhaupt viel erwachsener als es das Durchschnittsalter von gerade mal 20 vermuten lässt. Desweiteren muss man als ausgesprochen positiv festhalten, dass selbst optisch nicht nach Schema F fungiert wird. Endlich mal kein Hungerhaken in Röhrenjeans am Mikro, vor uns steht mit Adam Thompson die geballte Ladung Power auf der Bühne! Und auch der Rest der Band wirkt ausgesprochen sympathisch – irgendwie ganz so wie die netten Jungs von nebenan.

Durch die ansteigende Hitze und Enge im Raum werden nach kurzer Zeit tropische Werte erreicht, nicht gerade optimale Voraussetzungen für den Gig, aber die Band schlägt sich tapfer. Trotzdem ist eine gewisse Erleichterung in Adam Thompsons letzter Ansage nicht zu überhören. Es kommen noch zwei Lieder, auf eine Zugabe braucht man nicht zu warten.

Zum Abschied schiesst Darren Lackie ein Foto vom Publikum. Das hätte sich Pete Doherty sicher nicht getraut.

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 Justy Januar 30, 2010 um 12:42 Uhr

haha, wow, sind die jetpacks jetzt auch hier angekommen? sogenannte late-adopter, wie?

2 Hififi Januar 30, 2010 um 20:09 Uhr

@ Justy: Lass es mich mit Alf sagen, der auf die Frage von Brain antwortet, ob es auf Melmac auch eine Sesamstraße gibt: „Nein, und ehrlich gesagt, will sie bei uns auch gar keiner haben“. Ich finde nicht, dass wir irgendwas verpasst haben bisher und außerdem verpasse zumindest ich mit Hingabe so einiges, was überhaupt nichts über die Qualität der „Jetpacks“ aussagen, allerdings solche Kommentare, wie den von dir doch etwas in Frage stellen soll. Außerdem, wenn sie dir gefehlt haben sollten auf dieser Seite, hättest du ja mal was schreiben können, gelle?!

3 swo Januar 31, 2010 um 12:08 Uhr

Tja, so ist er nunmal der Justy. Aber ist ja auch egal….heißt er nicht Brian?

4 RockinBen Januar 31, 2010 um 12:16 Uhr

ja, Brian. Der kleine Tippfehler ist aber ganz witzig…

zur sonstigen Diskussion: Wir schreiben demnächst Monate vorher über den Auftritt einer Band, nur damit wir die ersten sind… und wie hififi schon geschrieben hat: Manchmal möchte man gar nicht alle Bands kennen lernen, nur weil sie nen kleinen Hit haben oder hatten oder sonst wie. Dafür machen wir das ganze als Hobby (wobei es manchmal vom Zeitaufwand mehr ist). So mein Sempf dazu…

5 Sterereo Januar 31, 2010 um 17:50 Uhr

Wenn ich mir jetzt um sämtliche guten Bands dort draußen Sorgen mache sie zu verpassen, komme ich wohl nie wieder zum Schlafen. Dann lieber spät dran 😉 Sorry Jetpacks und Konsorten!

Die Idee dieser Page ist ja auch gar nicht tagesaktuell jede Pressemitteilung, Gratis-MP3 und Virale-Twitter-Aktion oder gerade anderweitig irgendwie angesagte Band zu betexten. Dafür gibt’s die Profis von der Visions oder Intro und zusätzlich haufenweise Blogs die versuchen dieses aberwitzige Pensum zu schaffen. Hier findet man dagegen immer was zu Bands die entweder persönlich an uns herangetragen wurden, oder für einen Menschen im Hififi-Universum bedeutsam sind. In diesem Fall: Danke Kathy, dass wir WWPJ von dir adoptieren durften. 😉 Und irgendwie gehörtst du ja auch dazu, Justy.

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