Warpaint – Kulturkirche Köln, 28.6.2011

von Hififi am 5. Juli 2011

in Feierlichkeiten

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Die wichtigste Frage im Vorfeld war sicherlich die nach der Innentemperatur der Kulturkirche in Köln-Nippes. Bei Temperaturen bis zu 38 Grad nicht gerade unwichtig zu wissen und zur Vorband mit dem überaus passenden Namen Heat waren es wohl noch ein paar Grad weniger als einige Zeit später zum Headliner. So werden die Magdeburger von einigen hundert umher stehenden Besuchern durchaus zur Kenntnis genommen und können mit ihrem Krautrock Marke Neu! meets Ride („Leave Them All Behind“) meets Tame Impala einige Freunde finden. „Walking With Jesus“ hält zudem einen Brit Pop-Einschlag bereit, der an die guten, alten Zeiten der Gallaghers erinnern kann. Heat sind uneingeschränkt zu empfehlen und werden hoffentlich noch einiges von sich hören lassen.

Zu Warpaint wurde die Kuh bereits hinlänglich durchs Dorf getrieben und wahrscheinlich sogar zu Recht, ihr Sound bleibt hingegen weiterhin einzigartig. Das lässt sich jetzt Post Rock, Post Punk und wer weiß was noch nennen und wird dem Debüt der vier Damen aus L.A. doch nicht gerecht. Auf der Habenseite stehen die verhallten Gitarren von Emily Kokal und Theresa Wayman, ein beängstigendes Bassgewummer (Jenny Lindberg) und der mehrstimmige Gesang, der gelegentliche Parallelen zu PJ Harvey zulässt, die es zumindest auf „White Chalk“ hinbekommen hat, nach mindestens drei Sängerinnen gleichzeitig zu klingen. Das Schlagzeug-Spiel von Stella Mozgawa bereitet zudem den ständigen Tempowechseln den Weg und ist heute nicht eben ganz so druckvoll und präzise, wie es schon gehört werden konnte. Kann an der Kirchenakustik liegen, die noch für zusätzlichen Hall sorgen kann, ist aber nicht kriegsentscheidend und soll bitte nicht als Kritik verstanden sein, zumindest nur als konstruktive. Die neun Tracks auf „The Fool“ lassen eigentlich keine Kritik zu und ein Song wie „Bees“ ist geradezu anbetungswürdig anders, beispiellos allemal. An zweiter Stelle dargereicht, kann es streng genommen nicht besser werden. „Undertow“ auf Startplatz Nummer sechs gibt sein Bestes und scheitert nur knapp – an fantastischen Stücken wird in den insgesamt knapp 90 Minuten nicht gespart und so wird hingebungsvoll geschwitzt und begeistert applaudiert. Nach neun Songs und zwei Zugaben findet die beeindruckende Werkschau der vier Damen ihr Ende und in der Tagesform werden Warpaint ihrem Ruf als hervorragende Live-Band mehr als gerecht.

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