Walk The Line

von Hififi am 2. März 2006

in Film ab!

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Johnny Cash ist – spätestens seit den „American Recordings“ – auch den jüngeren Musikliebhabern ein Begriff und bei vielen auch schon Kult. Knapp drei Jahre nach seinem Ableben schickt er sich an, die Leinwand zu erobern. Glücklicherweise sind Musikerbiographien seit Taylor Hackfords „Ray“ wieder hoch im Kurs, so dass sich nach langjähriger Anlaufphase (Streit um die Filmrechte und stetes Umschreiben des Drehbuchs) das Projekt endlich verwirklichen ließ.

Joaquin Phoenix spielt Cash, bzw. er leibt und lebt ihn, leidet und liebt; kurz um für die Dreharbeiten wurde er zum Man in Black. Wer trotzdem an der Besetzung zweifelt, dem sei gesagt, dass Cash sich zu Lebzeiten selbst für Joaquin Phoenix als Hauptdarsteller eingesetzt hat. Und Reese Witherspoon als June Carter verzaubert nicht nur mit ihrem Aussehen sondern vor allem durch ihren Gesang. Die Tatsache, dass die Hauptdarsteller ihre Gesangsparts selbst einspielten, macht diesen Film besonders charmant, denn während Reese Witherspoon mit Engelszungen singt, gelingt es Joaquin Phoenix Cashs Tiefe und Abgründigkeit in den Kinosaal zu transportieren, um dem Zuschauer unmittelbar klarzumachen, dass es hier nicht um irgendeinen Country-Hansel geht.

Das Johnny Cashs Leben von Kuriositäten und glücklichen Zufällen bestimmt wurde, ist kein Geheimnis, „Walk the Line“ macht sie endgültig zu Legenden. Ob Jerry Lee Lewis ihm wirklich die erste Pille aufgeschwatzt hat, ist auch nur für absolute Fans interessant, aber die Anekdote die im Film daraus gemacht wurde, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ob er in einem winzigen Aufnahmestudio in Memphis Elvis Presley beobachtete und beschloss, es ebenfalls als Musiker zu versuchen? Alle diese Legenden – ob nun wahr oder nicht – gehören einfach zu diesem Film, wie June Carter zu seinem Leben. Nach all den traumatischen Erlebnissen, dem Tod seines Bruders, der Drogensucht und seiner gescheiterten Ehe, von seiner einzigen wahren Liebe gerettet zu werden, klingt fast zu sehr nach Kitsch um wahr zu sein. Denn wer, von den ganz Großen, fand schon sein Glück? Um so schöner, dass James Mangolds Film nicht fiktiv ist, letztendlich ist „Walk the Line“ nicht nur eine Biographie, sondern vor allem ein Liebesfilm mit Happy End.

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1 RockinBen März 3, 2006 um 11:16 Uhr

Cool, habe den Film auch gesehen und muss Hififi zustimmen: Ein toller Film, mit tollen Schauspielern und auch wenn man nix mit JR Cash zu tun hat: Man kann ihn sich auch als Liebesfilm angucken und dann ist er ein modernes Märchen ohne den Hollywoodweichspüler! Manchmal schreibt das Leben dann doch schönere Happy Ends als die Filmindustrie!

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