Voxtrot – Gebäude 9 Köln, 09.11.07

von Sterereo am 13. November 2007

in Feierlichkeiten

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„Ich hoffe es kommt heute überhaupt irgendwer“, befürchtet Ramesh schon das Schlimmste, als er beim Vorab-Interview in der menschen- und tapetenleeren Gebäude 9-Vorhalle mit den geklauten Streichhölzern seine Zigarette entfacht. Rund 150 Leute sind es dann doch, die den Weg durch die schmuddelig-regnerische Novembernacht gefunden haben, um die eigentlich sonnenverwöhnten Texaner von Voxtrot ihr Tänzchen aufführen zu sehen.

Obwohl sie tags zuvor für Jack Peñate eröffnen durften, wollte dieser in Köln aus irgendeinem Grund nicht für die Jungs aus Austin den Vorturner machen. Also wurde diese Stelle ganz unbürokratisch gestrichen. Ohne viel Brimborium schlich sich also direkt der Fünfer auf die Bühne und angelten sich die Instrumente. Das Set beginnt wie das Album und eigentlich jede Gebrauchsanweisung amerikanischer Exporte – mit der „Introduction“. Der Song ist eigentlich der perfekte Einstieg für einen Konzertabend dieses Kalibers: warmer Beginn, träumerische Melodien und richtungweisender Sound. Tia, eigentlich, denn wenn der Teufel nicht im Detail steckt, lauert er in der Technik. Erste Amtshandlung dieses Fehlerluzifers: Deaktivierung von Mitch Calverts E-Gitarre, so dass ein Rowdie-Strippenzieher untertage neu verkabeln durfte. Die Bands nahm’s gelassen und brachte souverän den Song und das anschließende (großartige) „Kid Gloves“ hinter sich. Nachdem sämtliche Probleme ausexorziert waren, ist das bis dahin recht lauschige Set bereits bei Rameshs Lieblingssongs angelangt. „Firecracker“ geht nach vorne und so schwingen die tatsächlich gekommenen Menschen im Publikum gehörig das Tanzbein. Immer wieder wünschte sich einer von den tanzwütigen seinen persönlichen Favoriten „Trouble“ und bekommt seinen Wunsch prompt, aber etwas improvisiert befolgt. Den Song hatten die Jungs aus Austin wohl schon länger nicht mehr im Repertoire. Ganz anders „The Future Pt. 1“, Ramesh als One-Man-Band alleine mit dem Liedgut der aktuellen Scheibe. Dies sollte wohl den Abschluss des Abends markieren, doch die fußballchorartig skandierten „We Want More“-Kampfschreie rufen die Jungs noch einmal auf den Plan. „Missing Pieces“ war dann aber endgültig das Ende des Abend, was wohl die demonstrative Schleuderbewegung samt krachender Landung von Jason Chronis Bass in Richtung Becken von Schlagzeuger Matt Simon Instrument bedeuten sollte.

Dennoch zufriedene Gesichter im Publikum (weniger bei der Band) nach diesem verteufelt-regnerischen Novemberabend.

Die großartigen Fotos von Ariane bei den Konzertfotos!

Setlist:

1. Introduction

2. Kid Gloves

3. Mothers, Sisters, Daughters

4. Biggest Fan

5. Soft and Warm

6. Ghost

7. Brother In Conflict

8. Firecracker

9. Start of Something

10. Raised by Wolves

11. Trouble

12. The Future Pt. 1

13. Missing Pieces

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