Volver

von Hififi am 1. Oktober 2006

in Film ab!

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Penélope Cruz lässt die Verbindung zu ihrer alten Heimat Spanien nicht einfach abreißen, und dreht mit Altmeister Pedro Almodóvar („Alles über meine Mutter“) einen anrührenden, wie auch ungewöhnlichen Film. Ein Familiendrama aber keine Tragödie, einen Krimi aber keine Räuberpistole; sehr behutsam erzählt der zweimalige Oscar-Preisträger die Geschichte einer Familie und schaut dabei tief in die Seelen seiner Protagonisten.

Ein Mord und jede Menge Schwierigkeiten: Die 15-jährige Paula (Yohana Cobo) ersticht den Lebensgefährten ihrer Mutter Raimunda (Penélope Cruz), als der versucht sie zu belästigen. Kurzerhand lässt Raimunda die Männerleiche in der Tiefkühltruhe eines leer stehenden Restaurants verschwinden, welches sie ab sofort selbst betreibt. In der Zwischenzeit verstirbt in Raimundas Heimatdorf La Mancha ihre Tante Paula (Chus Lampreave). Während Raimunda aus verständlichen Gründen die Trauerfeier schwänzt, erscheint ihrer Schwester Sole (Lola Dueñas) der Geist ihrer Mutter. Einen Tag später – Sole nimmt gerade den Betrieb ihres illegalen Friseursalons wieder auf – steht ihre Mutter wieder auf der Matte.

Dieser Film besticht besonders durch die offensichtlichen Gegensätze, die Almodóvar scheinbar leicht unter einen Hut bekommt. Das Madrider Großstadtleben kontrastiert den provinziellen Aberglauben La Manchas, und auch die Lebensfreude von Almodóvars Heldinnen steht in keinem Verhältnis zu den Geheimnissen, die sie zu verdrängen suchen. Diese Frauen lassen sich nicht unterkriegen, meistern gemeinsam alle Probleme, und diejenigen, die sich nicht mehr lösen lassen, werden aufgearbeitet. Die Geister der Vergangenheit werden verscheucht, die Zukunft wird gemeinsam in Angriff genommen. Solidarität unter Frauen scheint ein undurchtrennbares Band, und nicht nur in diesem Aspekt ähnelt „Volver“ dem Meilenstein des Emanzipationsfilms „Antonias Welt“, und macht ihm Konkurrenz.

Eine Hommage an die Stärke und Schönheit der Frauen.

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