Voicst – A Tale Of Two Devils

von am 24. September 2009

in Musik!

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An wen erinnern mich Voicst nur? Bereits beim ersten Trompetenton von „High As An Amsterdam Tourist“ klingelt es irgendwo tief in der Hirnrinde. Vielleicht liegt es aber einfach nur an der eklektizistischen Vorgehensweise der Holländer, die „A Tale Of Two Devils“ klingen lässt wie eine Supergroup aus Supergrass- und dEUS-Mitgliedern, die ihre Songs dancefloortauglich aufbürsten: Immer bisschen überdreht, permanent gut gelaunt, zippelig-zackig und dabei stets auf einfallsreiche Arrangements und Eingängigkeit bedacht. Aufgenommen wurde der Zappelphilipp in Rock bereits vor zwei Jahren von Peter Katis (Interpol, The National) in New York. Gastbeiträge gibt es aus den verschiedensten Winkeln der Popgeschichte: Gogol Bordellos Saxophon-, Beyoncés Trompeten- und Simon & Garfunkels Klavierspieler hinterlassen markante Spuren im Verlauf der knapp 40 Minuten, mit denen Voicst nach großen Erfolgen in ihrer Heimat nun auch Deutschland erobern wollen. Trotz seiner international beeinflussten Entstehungsgeschichte klingt das ganze Album eindeutig nach einem Produkt der Beneluxstaaten, die ja mindestens seit den Neunziger Jahren ihr ganz eigenes Süppchen in Sachen Indierock in ihren Kochtöpfen brodeln haben. Insgesamt also ein schönes Teil, das einfach unterhalten will und keine Zeit lässt, darüber nachzudenken, wo man was schon einmal gehört haben mag. Die Eingangsfrage bleibt also besser unbeantwortet, auch wenn die ein oder anderen beim Durchhören eine dicke 12-Watt-Checker-Energiesparlampe über dem nerdigen Schädel schweben haben werden. Voicst halten sich an die auslaufenden Glühlampen mit höherem Energieverbrauch. Dafür erzeugen sie aber auch mehr Wärme. Analog zum niederländischen „Nee!“ zur europäischen Verfassung zeigen die drei Amsterdamer Jungs mit „A Tale Of Two Devils“ einen dicken Stinkefinger in Richtung Indiepolizei und Leuten, die das hässliche Cover benörgeln wollen. Veel Plezier!

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