Visions XMAS Tour mit The Cooper Temple Clause, Mother Tongue u.a. – Köln, Bürgerhaus Stollwerck, 18.12.06

von Sterereo am 30. Dezember 2006

in Feierlichkeiten

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Wenn Mother Tongue in der Nähe sind, wird nicht lange gefackelt. Den letzten Auftritt der Kalifornier habe ich vor einigen Jahren in Hannover gesehen. Meine Güte, was haben die Jungs für ein (Jack Daniels) Fass aufgemacht! Sollte diesmal – wie zu erwarten – nicht anders sein.

Erst sollten Helmet der Headliner für die diesjährige Visions X-Mas Party sein. Aus welchen Gründen auch immer, gab’s anstatt des Schwermetalls elektronischen Brit-Pop von Cooper Temple Clause. Doch die wichtigste Personalie des Abend wurde nicht noch geändert, Mother Tongue wollten es sich auf keinen Fall nehmen lassen in ihrem „home, beside home“ Deutschland aufzutreten.

Sugarplum Fairy sind bei der ganzen Tour zwar auch dabei, doch nicht in Köln. Somit begann der Abend mit den unaufregenden The Films. Amerikanische Band mit britischen Klängen und ein wenig Attitüde. Nicht genug für den springfreudigen Funken, aber immer noch nett anzusehen. Danach aber Bahn frei für die Headliner der Herzen: Mother Tongue. Die bauen ihre Technik wenigstens noch selbst auf. Irgendwann schnappen sie sich ihre Instrumente und es dauert nicht lange, da scheppern die ersten Klänge von „Burn Baby“ in das schnuckelige Bürgerhaus Stollwerck. Die Begeisterung ist groß, als schon der erste Song ordentlich zelebriert und mit Soli gespickt wird. Als im direkten Anschluss „Broken“ aus den Lautsprechern dröhnt, verschwindet die Befürchtung, dass durch die baldige Veröffentlichung des nächsten Albums die alten Songperlen im Schmuckkästchen bleiben würden. Dann wird ein Song von der nur auf dieser Tour verkauften EP gespielt, der in alter Mother Tongue-Manier ein psychedelisches Mosaik aus Funk, Blues und harten Gitarrenriffs darstellt. „Lets play Crumble“, verkündet Sänger David Gould, als ich von rund zwanzig Leuten auf die Bühne geschwemmt werde. So ist es obligatorisch bei Mother Tongue, Fans hautnah. Obwohl die Bühne nun hoffnungslos überfüllt ist, werden die Saiten von Christian Liebfrieds Gitarre – die aussieht als ob er sie seit 15 Jahre spielt – bis an die Schmerzgrenze gequält. Nach dem kollektiven Spektakel wird ein neuer Song gespielt, bis die Band wieder eigenhändig die Strippen aus den Verstärkern zieht.

The Cooper Temple Clause müssen für ihren Elektro-Indie-Rock etwas mehr Equipment aufbauen. Mit „See This Through And Leave“ haben die jungen Briten 2006 ihr zweites Album auf den Markt geworfen, ohne Didz Hammond, der nun für die Dirty Pretty Things in die Basssaiten haut. Erst einmal angefangen errichten die fünf aus der Tempelklause schnell eine halbhohe Wand aus Rockgitarren und lassen einige Elektro-Effekte drüber klimpern. Dazu kommt Ben Gautreys quengelnder Gesang, der einige Assoziationen zu einem gewissen Liam Gallagher weckt. Doch Ben kommuniziert die ersten Minuten mehr mit dem Ton-Mann als mit dem Publikum. Nachdem alle hörbaren Probleme behoben wurden, schaffte es die Band langsam die Menge in Bewegung zu bringen. Alte und neue Singles, wie „Film Maker“, „Damage“, „Homo Sapiens“ und „Head“, wurden solide gespielt und somit auch solide abgefeiert. Da wir aber dem Garderobengerangel aus dem Weg gehen wollten, schenken wir uns die offizielle Zugabe und genießen eine Inoffizielle. Vor der Klamottenausgabe torkelt nämlich ein sichtlich angeschlagener Christian Liebfried umher, umzingelt von biertrinkenden Mother Tongue T-Shirt Trägern. Ein herrlicher Anblick.

Drinnen spielen The Cooper Temple Clause noch „Who Needs Enemies?“ und draußen erwische ich die letzte Bahn nach Hause. Super Abend erlebt und die Begleitung zu Mother Tongue bekehrt. Tagesziel erreicht.

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{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 Hififi Januar 1, 2007 um 18:06 Uhr

Ihr drittes Album.

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