Visions Party mit Karnivool – Forum Bielefeld, 06.03.10

von Hififi am 9. März 2010

in Feierlichkeiten

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Karnivool spielen in ihrer australischen Heimat in 4000er-Hallen und so bedarf es wohl durchaus einer Umstellung, wenn sich der Fünfer auf die Bühne des Forums „quetscht“. Sicher ist dort auch für weit mehr Musiker Platz, aber Karnivool reisen mit großem Gepäck an, derweil eine wahre Equipment-Armada auf die Bühne geschleppt wird. Dazu passen der epische Bandsound und die Lautstärke, die sicher eher für besagte 4000er-Hallen konzipiert sind. Der bandeigene Mischer schustert hier zumindest einen leicht sterilen, wie fantastisch sauberen Klang auf die Forumsbretter. Aber warum hat die Band, die sich bereits 1998 formierte, solange gewartet um Europa zu erobern? Um doch einmal den Vergleich zu Tool zu bemühen, der omnipräsent scheint, lässt sich doch sicher feststellen, dass ein Markt für progressiven Rock doch hierzulande durchaus vorhanden ist, Tool die Düsseldorfer Philipshalle füllen können.

Vor insgesamt nicht mehr als 200 Gästen verbraten Karnivool bereits an zweiter Stelle mit „Goliath“ ihren vermeintlich stärksten Song. Aber worauf sollen sie warten? Von der ersten Sekunde an wird klar, dass hier herausragende Musiker zu Werke gehen. Bereits am sechsseitigen Bass von Jon Stockman und der vertrackten Rhythmik der Songs lässt sich sehr leicht die Qualität dieser Band erahnen. Richtig großartig wird es dann, wenn Ian Kenny zum Mikrofon greift und eine Stimme offenbart, die den Vergleich zu Maynard James Keenan sicher nicht scheuen muss. Generell scheint es doch fast unmöglich den Amerikanern in ihrem eigenem Genre das Wasser zu reichen, aber diese Band schafft es mehr als ansatzweise. Zumindest sind die Fünf aus Perth fast greifbar, im Vergleich zu Tool geradezu handzahm. Ian Kenny sieht einem Dave Gahan in der Nerdversion (was so eine Brille alles bewirken kann) recht ähnlich und sonderbarerweise erinnern gewisse Bewegungen tatsächlich an den Depeche Mode-Frontmann. Was anfangs noch ein wenig reserviert wirkt, offenbart sich zu späterer Stunde einfach als Zurückhaltung dem Publikum gegenüber. Entertainment im klassischen Sinne würde nicht gut passen, sympathisch macht Karnivool nämlich gerade, dass es die Musik ist, die im Vordergrund steht. Gute Musik und ein noch besserer Gig!

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