Vincent – Lucky Thirteen

von Hififi am 6. November 2008

in Musik!

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Als ehemaliger Musikstudent muss man es seinen Kommilitonen natürlich beweisen, vielleicht erklärt dieser Umstand die Tatsache, dass auf „Lucky Thirteen“ ganz unverschämt viele, unterschiedliche Richtungen und Stile vertreten sind. Riecht ein wenig nach Selbstprofilierung und „sich beweisen müssen“, aber das wäre eine bösartige Unterstellung, denn tatsächlich ist dieses Album trotzdem homogen, organisch und schlicht und ergreifend voller Hits. In Schweden (ein in allen Belangen fortschrittliches Land) scheint man das gemerkt zu haben und vergoldete unlängst Vincents Debüt, aber auch in Mitteleuropa avanciert „Miss Blue“ zu einem kleinen Radiohit und wurde bereits über eine Millionen Mal auf Youtube aufgerufen. Soviel Erfolg kann kein Zufall sein und so sind wir auch schon bei der Kehrseite der Medaille, denn die Produktion ist geradezu atemberaubend glatt, ohne Ecken und Kanten, einfach anbiedernd, schließlich steht mit Sony BMG nicht gerade ein Zwerg hinter unserem Nordlicht. Aber davon genug.

Vielleicht kann man die dreizehn Songs noch am ehesten im Dub verankern, als Basis sozusagen, Soul, Reggae, Ska und Hip Hop kommen oben drauf und machen aus „Lucky Thirteen“ einen eklektischen Bastard, der sich gewaschen hat. Und gleich der erste Song (das Intro nicht mitgerechnet) ist wohl das, was man einen klassischen Hit nennen kann und wenn darauf mit schon erwähnter Single gleich der nächste Gassenhauer folgt, ist die Richtung vorgegeben. Vincents Musik lebt von seinen Off-Beats und die können in diesem Falle Tanzflächen füllen und das tun sie ja auch schon bereits. Dabei machte sich der blonde Beau bereits vor seinem Plattendebüt einen Namen als Rapper und Produzent in der Stockholmer Hip Hop-Szene, bis ihm diese Art der Selbstlimitierung zuviel wurde. Und so ist „Lucky Thirteen“ eine Art Befreiungsschlag, wie wir es bereits bei Clueso, oder Gentleman erlebt haben, die aber beide nicht in der Lage scheinen, das perfekte Popalbum aufzunehmen, anders als bei diesem Langspieler.

Mein ganz persönlicher Sommerhit, wenn es denn noch Sommer wäre, ist aber ganz klar „How To Rob A Bank“, mit seinem alles einnehmenden Refrain, der einfach gute Laune versprüht. Und irgendwann ist die Produktion egal, dann nimmt man nur noch diese ganzen, liebenswerten Gimmicks, die der 28-jährige für uns bereit hält, dankbar an und erfreut sich an den verschiedensten Instrumenten, die hier scheinbar mühelos aneinander gereiht werden.

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