Various Artists – From The Basement (DVD)

von Hififi am 18. November 2008

in Film ab!

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Keine Untertitel lese ich da und befürchte schon wieder Schlimmstes für mich und mein lang zurück liegendes Schulenglisch, dabei brauche ich es gar nicht, denn es wird nicht geredet. Über zwei Stunden lang wird einfach nur Musik gemacht. „From The Basement“ schleust in dieser Zeit tatsächlich siebzehn Interpreten, bzw. Bands über die verschiedenen Bühnen, obwohl es das nicht so recht trifft, denn eigentlich ist außer den Technikern/ Roadies und natürlich den Kameras sonst niemand anwesend, wenn aufgespielt wird. Ich würde es Live-Atmosphäre unter Studiobedingungen nennen.

Den Anfang machen Radiohead mit zwei Stücken von „In Rainbows“, ihres letzten Albums, und schaffen eine Atmosphäre, wie sie dichter nicht sein könnte und beschränken sich dabei ausschließlich auf ihre Musik. Thom Yorke sieht aus wie ein Getriebener, der einfach immer das Optimum aus sich und seiner Gitarre herausholen muss und auch der Rest der Band wirkt unglaublich konzentriert, denn das war ja bei Radiohead schon immer so. Es zählt halt ausschließlich die Musik. Das lässt sich von den White Stripes nun wirklich nicht behaupten und so rumpeln sich die Whites auch dieses Mal wieder durch zwei ihrer Tracks. Jack ist dabei weit entfernt davon gut zu singen und eigentlich will er das wohl auch gar nicht. Meg hingegen gibt sich sichtlich Mühe den Takt zu halten und sieht dabei ganz zauberhaft aus. Durch brutale Rohheit zeichnet sich der Live-Sound des Duos aus, was für zwei Songs völlig in Ordnung ist, aber wenn ich mir vorstelle, das noch einmal über zwei Stunden ertragen zu müssen, würde ich wahrscheinlich passen.

An dritter und vierter Stelle liefern Beck und Jamie Lidell fantastische Performances ab, die jeweils ihresgleichen suchen. Beck bewegt sich mittlerweile zwischen den verschiedensten Musikstilen, hat alles schon mal gemacht und keine Scheu auch mal den Zeitraffer anzuschmeißen. Jamie Lidell hingegen führt dem erstaunten Zuschauer vor, was sich alles mit Mischpult und Synthie anstellen lässt. Zwischen Techno und Soul, Human Beatbox und Ambient-Klängen, der Mann weiß wie’s läuft.

Für die bewegenden Momente sind dann eher die Singer/ Songwriter zuständig, wie Neil Hannon (ohne seine Divine Comedy) oder Jose Gonzalez, und wenn dann Damien Rice seine Schmachtfetzen ins Mikro säuselt und dabei auf dem Boden hockt, würde ihn wohl so ziemlich jede Frau in den Arm nehmen, um ihn zu trösten.

Zu guter letzt setzt Thom Yorke sich für zwei weitere Songs von „In Rainbows“ hinter sein Klavier, die er so unglaublich schön und einfach nur perfekt vorträgt, dass es nicht besonders gewagt erscheint, ihn ein Genie zu nennen.

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