V.A. – Saluting the Crunchy Frog-a-logue

von Pynchon am 25. Dezember 2009

in Musik!

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Der Geburtstagssampler zum 15-jährigen Bestehen des dänischen Indie-Samplers Crunchy Frog ist in jeder Hinsicht eine prima Sache: Zum einen hat besagtes Label sich in den Jahren seit seiner Gründung um die Förderung zahlreicher vielversprechender kleiner Künstler und Bands verdient gemacht (vorwiegend dänische und ein paar schwedische Eigengewächse) und ihnen in insgesamt 75 Veröffentlichungen ein Forum gegeben, um ihre musikalischen Fähigkeiten einer größeren Hörerschaft zu präsentieren, zum anderen fließen die Erlöse aus dem Jubiläums-Sampler in die Kasse des dänischen Roten Kreuzes, und nicht zuletzt – dieser Aspekt dürfte nicht unwichtig sein – ist das 25 Song starke „Saluting the Crunchy Frog-a-logue“, gecovert von den favorisierten Label- Interpreten und auf zwei CDs arrangiert, eine beeindruckende und vielseitige Ansammlung musikalischer Kreativität, reich an Entdeckungen und musikalischen „Eureka!“-Momenten.

Die meisten der Künstlerinnen und Künstler dürften nur Insidern der skandinavischen Musikszene oder Kennern früherer Crunchy Frog-Sampler etwas sagen. Das Spektrum vertretener Genres ist äußerst vielseitig. Die sogenannte „blaue CD“ eröffnet beispielsweise mit einem bemerkenswerten, übermütig präsentierten Stück klassischem Sixties-Pop von Thaae/Ramdas featuring Dorthe Gerlach namens „Beach“, das sich anhört, als sei es einer poppig bunten Peter Sellers-Komödie entnommen. Gefolgt vom gefühlvoll komponierten Akustikgitarren-Stück „Two Chairs“ einer Band namens Murder. Starke Liebessongs wechseln mit tanzflächenkompatiblen Rocksongs, schöne 60s Reminiszenzen á la „Someone Else“ von The Blue Van werden abgelöst von Elaboraten modern klingendem Songwriting, dazwischen auch mal elektronische Eperimentalklänge und Dancefloor-Musik (vorwiegend auf CD 2) der hörbaren Sorte. Gemeinsam haben die Stücke, und das bei überzeugend hoher qualitativer Treffer-Quote, dass sie sich sowohl inspiriert als auch inspirierend anhören.

Die zweite, „orangene CD“ startet mit dem Choir of young Believers, der beinahe so ergreifend rüberkommt wie die Überflieger der Fleet Foxes. „Are you coming back? I hope you come back“ wehklagt eine entrückte Stimme, dazu hypnotische Gitarrenklänge. „Television Time“ treibt dann in gewinnender Meisterschaft von der Glotze weg auf die Tanzfläche, würde zweifellos auch von den fernen Hippies geschätzt worden sein. So fremd und so nah kann Popmusik klingen, auch wenn es mich an den Rand meiner Möglichkeiten bringt, sie treffender zu umschreiben. Egal, am besten ohnehin, man hört sich´s selbst an, ebenso wie die restlichen Stücke.

An einem solch gelungenen Soundtrack hätte ich damals zu meinem fünfzehnten Geburtstag jedenfalls auch nichts auszusetzen gehabt!

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