Two Gallants – What The Toll Tells

von Benjamin am 16. März 2006

in Musik!

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Ein Segen Freunde mit Musikgeschmack zu haben! Dann bekommt man auch schöne CDs zum Wiegenfest! Und Two Gallants haben eine Platte des Jahres gemacht! Aber nun zur Musik. Sie bewegt sich um die Koordinaten Folk, Punk, Blues, Country, Singer/Songwriter mit Lärmattacken.

Ich beschreibe mal das Album nach Schlagwörtern, wie ich sie in anderen Rezensionen gefunden habe:

Prärie: An eine weite staubige Öde denkt man am Anfang des Albums: Wind, Pfeifen! Die Bahnhofszene zu Beginn von „Spiel mir das Lied vom Tod“ habe ich hier vor Augen.

Johnny Cash: Der erste Song „Las Cruces Jail“ handelt von einer Nacht im Gefängnis weil der Protagonist dieser ersten von 9 Geschichten einen Mann umgebracht hat. Die Düsternis des Man in Black findet sich hier häufig.

Conor Oberst: Two Gallants und Bright Eyes sind Labelkollegen. Two Gallants beweisen, dass man noch mehr leiden kann. Bright Eyes genießt man mit Rotwein und zur Musik von Two Gallants trinkt man ne Flasche Whiskey, die man sobald sie leer ist, an die Wand schmeißt und ne Schlägerei wegen ner Frau anfängt.

Nick Cave: Wie schon erwähnt: Two Gallants schreiben wunderschöne Geschichten. So wie Nick Cave ein Meister des Storytellings ist. Auch könnte das Album „Murder Ballads“ heißen: Hier wird nicht gezögert, was Texte wie „But I shot my wife today“ oder „I killed one man on the county line“ beweisen. Zudem scherrt sich Herr Cave auch um Zeitgrenzen für seine Songs. Eine gute Geschichte braucht auch mal über 9 Minuten.

The White Stripes: Auch Two Gallants sind zu zweit: Gitarre und Schlagzeug. Dazu etwas Mundharmonika, mal nen Streicher. Bei den gallanten Herren bleibt die Gitarre aber fast immer akkustisch.

Western: Verzeihung, das kann ich mir nicht verkneifen: auch wenn die Filmindustrie derzeit versucht, ein schwules Cowboybild zu entwerfen: Im Western von Two Gallants gibt es Frauen. Schöne Frauen, anstrengende Frauen, aber Frauen, die geliebt werden. Andere Männer werden nicht geliebt, die werden erschossen!

Bob Dylan: Wer immer schon mal wissen wollte wie sich ein total versoffener Bob Dylan anhört: „The Prodigal Son“ sei hier empfohlen.

Hardcore: Drummer Tyson Vogel spielte mal in einer „Screamo“-Band. Auch wenn bei „Threnody in B-Minor“ ein leidendes Schreien im Background zu hören ist, ist musikalisch nur die Rohheit des Hardcore geblieben.

Ohrwurm: Unglaublich, aber einige Songs bekommt man nicht aus dem Kopf. Trotz der Rohheit und Düsternis ist dieses Duo aus Kalifornien melodiös.

Fazit: Alternativ Country vom Feinsten! Staubtrocken und voller Seele. Wie ein guter Whiskey eben!

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo März 18, 2006 um 18:53 Uhr

Two Gallants sind übrigends für das diesjährige Hurricane-Festival bestätigt.

2 Hififi Juni 2, 2006 um 16:48 Uhr

Ich finde diese Rezension ausserordentlich informativ, interessant und originell. Der hat schon gute Ideen, der RockinBen!

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