Two Gallants – Two Gallants

von Benjamin am 17. Oktober 2007

in Musik!

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Das Folkduo aus Kalifornien benennt ihren dritten Longplayer nach sich selbst. Das gibt natürlich viel Anlass zur Spekulation: Ist es DAS Album, über das sie sich selbst definieren wollen? Beschreibt es die Reduktion der Musik auf das Wesentliche, also ohne die Streicher, die auf der im Juni erschienenen EP „The Scenery of Farewell“ großen Raum einnahmen? Wenn man das „Two Gallants“ einordnen müsste, dann steht es zwischen der EP und dem letztjährigem Album „What the Toll tells“: Die Wutattacken gibt es 2007 nicht mehr in der Form, aber auf eingängige Geigen wird auch weitestgehend verzichtet.

Two Gallants stellen den Song in den Vordergrund, die Geschichte rückt in den Hintergrund. Was bedeutet, dass es die langen Epen nicht mehr gibt. Aber das Songwriting leidet nicht darunter, im Gegenteil: es wirkt alles ein bisschen entspannter. Uninteressant? Auf keinen Fall, aber weniger überraschend. Was man hier jedoch vermuten könnte: „What the toll tells“ wurde ohne Produzenten aufgenommen, seit der EP legt Alex Newport Hand an. Hat also der Mann hinter den Reglern das Raue weggeregelt? Oder wurde das Raue eben durch die fehlende Produktion erst ermöglicht?

Der einzige Song mit externer Unterstützung ist „Trembling of the Rose“ mit den von „The Scenery of Farewell“ bekannten Streichern. Nicht verwunderlich, denn die Rohversion dieses Songs entstand in einer Session mit einigen Songs der EP. Ansonsten bleibt aber die Reduktion auf zwei Personen mit bis zu drei Instrumenten: Westerngitarre, Schlagzeug, Mundharmonika. Der Gesang wechselt zwischen Harmonie und Selbstzweifeln (in „Ribbons round my tongue“). Irgendwie lässt einen das Album unschlüssig zurück. Die Songs sind überdurchschnittlich, sind sehr guter Folk-Blues. Das Album ist richtig großartig, aber hat man nicht Two Gallants grad wegen der Mischung aus Wut, Verzweiflung und Melancholie geliebt? Sie haben meine Erwartung nicht erfüllt, aber nicht enttäuscht. Eben weil die Songs Klasse haben und die Musik von ihrer Energie nichts eingebüßt hat.

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