Tweak Bird – dito

von Pynchon am 17. September 2010

in Musik!

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Ein weiteres Debüt steht mit dem Werk der Gebrüder Bird aus Illinois an, die für ihr Album immerhin mit Toshi Yasai ein Mitglied der Melvins als Co-Produzenten gewinnen konnten. Das verheisst im Voraus schonmal einen gewissen Sinn für Experimente, ein Hinausschreiten über die konventionellen Grenzen der populären Musik.

Tatsächlich ist die Bandbreite der Stücke ziemlich weit gefasst: Der Opener „The Future“, kurz und schmerzlos, konzentriert sich auf das wesentliche und präsentiert lakonisch-harten Rock ohne Attitüde, der den Melvins schonmal nicht so fern ist. Überhaupt sind die Songs, ob sie nun eher Pop- oder Rock-dominiert sind, allesamt knapp und konzentriert. In „Lights In Line“ schwingt im euphorischen „Uh-huu“ ein wenig 60’s-Psychedelic mit, „Round Trippin’“ ist ein instrumentelles Schlagzeugsolo mit irren Soundeffekten, während „A Sun/ Ahh Ahh“ mit eingängigem Riff wie eine klassische Rock-Nummer beginnt und mittendrin mit einsetzendem Saxophon den Rhythmus wechselt und umschlägt in eine Psychedelic-Drogen-Träumerei, unterstützt von verzerrten Gesangs-Einsprengseln, die man gut in die Zeit der Doors und Velvet Undergrounds verorten könnte. Vielleicht nicht ganz auf derem Niveau, sei angemerkt, ohne Tweak Birds feine Kompositionen abwerten zu wollen – Vergleiche mit den Großen sind halt immer undankbar.

„Beyond“ wiederum, um ein letztes Beispiel für die dargebotene Vielfalt zu bringen, ist eine reduzierte Hard Rock-Nummer, die man zuletzt etwa von den Queens Of The Stone Age hat hören können.

Was mir an Tweak Bird wirklich gut gefällt, ist, dass sie tatsächlich anders und vor allem eigenständig klingen, nicht so leicht zugänglich sind und ohne jede Attitüde ernsthafte, experimentierfreudige Musik abliefern. Kein Klassiker, aber ein hoffnungsvoller Start allemal.

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