TV on the Radio – Return To Cookie Mountain

von Hififi am 9. April 2007

in Musik!

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Nun ist das Album schon eine Weile auf dem Markt, seit ein paar Monaten auch in meinem Besitz und ich habe leider immer noch keine Ahnung, was ich davon halten soll. Ich verstehe durchaus die Begeisterung der Musikkritik im Allgemeinen, ist der musikalische Ansatz – selbst für eine Indie-Band – doch ein anderer. Für mich klingt „Return To Cookie Mountain“ auch nach unzähligen Durchläufen immer noch wirr und abgehackt. „Wolf Like Me“ ist die rühmliche Ausnahme, einen vergleichbaren Song wird die Musikwelt noch in Jahren suchen, dieser Song ist wahrscheinlich einer der besten jemals geschriebenen.

Hier liegt auch das Hauptproblem, es reiht sich zu viel Licht an Schatten, die Soul-Chöre verzaubern in einem Augenblick um im nächsten zu einem nervigen Jaulen zu verkommen.

Hier wird zu viel gewollt, eine endlose Aneinanderreihung von verschiedenen Melodieansätzen, die einfach zu selten stringent zu ende geführt werden. Hier ist so viel drin, soviel zu entdecken, unglaublich viel Seele, nur leider fehlen die Songs. Überfrachtet havariert ein Song nach dem nächsten, ohne der Sache wirklich auf den Grund zu gehen. Was wir von Outkast im HipHop-Bereich vorgeführt bekommen haben, versuchen TV on the Radio für den guten, alten Indie zu leisten und scheitern dabei, nicht kläglich, aber dafür deutlich. Liebenswert wiederum ist der verträumte Grundtenor, der sich durch alle elf Songs zieht, der aber leider oft durch merkwürdig daherpolternde Rhythmen gestört wird. Der Gitarrensound ist wohl auch nur als Hintergrundgeräusch für die Chöre gedacht und schießt völlig verzerrt am Ziel vorbei. „Playhouses“ ist der beste Beleg, ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob der Begriff Song hier angebracht ist, so etwas Planloses habe ich schon lange nicht mehr gehört.

Die Beach Boys haben es vorgeführt, „Pet Sounds“ hat seine Relevanz nicht verloren, wird es auch nie, in Sachen Chöre wurde 1966 Geschichte geschrieben, das wissen auch Tunde Adebimpe, Kyp Malone und David Andrew Sitek, aber sie haben den Soul, der den Bleichgesichtern so oft abgeht. In diesem Bereich sind sie natürlich unangefochten, ich möchte uneingeschränkt betonen, dass „Return To Cookie Mountain“ ein gesangliches Meisterwerk geworden ist, wenn auch nicht immer klar wird, wohin es gehen soll, aber das hatten wir schon. Ich werde dieses sonderbare Album auch weiterhin hören, in der Hoffnung es irgendwann doch noch zu begreifen.

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