tUnE-yArDs – W H O K I L L S

von am 6. Mai 2011

in Musik!

Post image for tUnE-yArDs – W H O K I L L S

Was war das denn, bitte?! Ab und zu kommt es vor, dass einen eine Platte beim ersten Durchgang erst einmal mit offenem Mund zurücklässt. Ganz selten packt es einen beim Weiterhören dermaßen, dass man glaubt, einen musikalischen Schatz durch den Gehörgang direkt in den Kopf geschoben zu haben. Schon mal gleich vorab: Diese Platte ist eine Sensation! Nicht mehr und nicht weniger. Besonders dann, wenn man glaubt, alles schon gehört zu haben, überfällt einen die ursprünglich aus Montreal stammende Künstlerin Merrill Garbus mit sexy-catchy-crancy Sounds, für die es kein anderes Adjektiv, als ‚umwerfend‘ gibt. Lo-Fi-Experiment oder bis ins Detail durchdachtes Meisterwerk? „W H O K I L L“ klingt wie beides. Ein Ohrwurm-Knaller jagt den nächsten, mit immer neuen Überraschungsmomenten dicht auf den Fersen. Jeder Song schafft es, Konventionen zu brechen und den Hörer immer wieder aufs Neue zu überraschen. Oder hätte irgendjemand mit der plötzlich ohne Vorwarnung einsetzenden Gitarre bei „Es-so“ gerechnet? Oder mit dem über sechsminütigem Lo-Folk-Sommernachtstraum „Wooly Wolly Gong“? Oder mit „Gangsta“, das mit Beats und Freejazz-Elementen spielt. Bei „Powa“ verschlägt es einem dann endgültig die Sprache. Minimale Gitarrenakkorde, Afro-Lyrics und Bluesrock-R’n’B-Versatzstücke fügten sich mit Leichtigkeit zum bisherigen Song des Jahres. Wie Beck auf „Mellow Gold“ schafft es „W H O K I L L“ die unterschiedlichsten Einflüsse von Jazz, Soul, Hip-Hop, Pop, Lo-Fi-Rock und Geräusch miteinander zu verquicken und dabei auch noch unfassbar gut zu klingen, sodass einfach alles möglich zu sein scheint. Als hätte Nina Simone mit Micachu und den BLK JKS versucht eine musikalische Revolution anzuzetteln, die darüber hinaus auch noch alle Anwesenden mit einem Arschtritt auf die Tanzfläche einer globalen Beachparty befördern sollte, wird hier mit viel Selbstbewusstsein etwas ganz Besonderes kreiert. Letztes Jahr war Garbus zusammen mit Sonic Youth und Lady Gaga Teil der Plastic Ono Band. Was soll man dem noch hinzufügen?

Share Button

{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo Mai 7, 2011 um 21:52 Uhr

Du hast mich gut neugierig gemacht und muss auch sagen: Meine Fresse! Im geradezu positivsten Sinn; frisch und fett!

2 Hififi Juni 9, 2011 um 00:12 Uhr

Ja servus miteinand… Toll!

3 Pynchon Juni 16, 2011 um 13:25 Uhr

Erinnern mich, da ich mir das Album jetzt auch reingezogen habe, sehr an das letzte Album von Vampire Weekend und phasenweise an CocoRosie. Gute Scheibe, allemal!

Previous post:

Next post: