Tu Fawning – Hearts on Hold

von Pynchon am 3. Januar 2011

in Musik!

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Tu Fawning? Prägnanter Name, möchte ich zunächst anmerken. Und da mich das Online-Dictionary informiert, dass man „fawning“ mit „schwanzwedelnd“ übersetzen kann, bin ich sofort für die Band eingenommen, denn ich mag Hunde (und wer sollte sonst mit dem Schwanz wedeln, als ein Hund?).

Mit der Bemerkung, eine Band mache so spezielle Musik, sowas habe man ja noch nie gehört, sind Pressetexte und Musikjournalisten schnell bei der Hand. Aber Tu Fawning, die übrigens aus dem Duo Corrina Repp und Joe Haege aus Portland bestehen (sich aber für ihr Debüt noch mit diversen anderen Musikern verstärkt haben), muss man auf alle Fälle zugestehen, dass sie erstens einen ganz eigenen, prägnanten Stil entwickelt haben, und zum anderen tatsächlich ziemlich unkonventionell klingen. Ein wenig der überbordende Varieté-Stil von den Dresden Dolls, kühler Shoegaze-Beat in Tradition von Portishead, dazu Anklänge an psychedelischem Folk und auf Retro gebürstete Musik der Roaring Twenties.

Und wie klingt das so summa summarum? Mit einem Wort: Hervorragend! Wie die einzelnen Versatzstücke zusammenpassen sollen, muss jeder Hörer für sich entscheiden, aber „Hearts on Hold“ ist wie ein Kästchen voller kleiner musikalischer Schätze, bunt zusammengewürfelt, und ich will verdammt sein, wenn da nicht für jeden, der ein offenes Ohr für Einfallsreichtum besitzt, etwas dabei sein sollte, um sich für einen Moment schlichtweg mitreißen zu lassen. Ein wenig schräg ist das alles, wie ich es manchmal ganz gerne mag, sehr abwechslungsreich, mit großem melodiösen Anteil und einer Reihe höchst tanzbarer Stücke. Tu Fawning machen Spaß!

Zur instrumentellen Vielfalt, für die wie erwähnt auch einige personelle Unterstützung hinzugeholt wurde, tragen Piano, Violine, Trompete und Posaune bei. Ein großer Trumpf ist zweifelsohne die schöne Gesangsstimme von Corrina Repp, die mich wieder an die Dresden Dolls und Amanda Palmer erinnert. Sie drückt den Kompositionen ihren Stempel auf. Ganz sicher ein Album, das man mehrmals hören muss und das sich nicht sofort komplett erschließt, aber es ist der Mühe wert. Wenn man so will, die erste aufregende Entdeckung des neuen Jahres!

Als kleiner Nachtrag: Inzwischen bestehen Tu Fawning übrigens, wie ich recherchiert habe, entgegen ihrer Gründungszeit nicht mehr als Duo, sondern als Quartett, da die Multi-Instrumentalisten Toussaint Perrault und Liza Rietz fest hinzugestoßen sind.

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