Trivium – In Waves

von JonesKorn am 15. Dezember 2011

in Musik!

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Mit „In Waves“ veröffentlichten die US-Amerikaner von Trivium Anfang August 2011 ihr insgesamt fünftes Album; das vierte unter der Roadrunner Records Fahne. Ein Album, von dem die Band selbst sagt, es sei am ehesten die Essenz der Band. Sowohl musikalisch und textlich, als auch in der visuellen (Live-) Präsentation.

So ganz haben sich Trivium noch immer nicht von ihrer Vergangenheit im Metalcore verabschiedet, aber in diese Schublade passt das aktuelle Album wahrlich nicht. Zu markant sind die klaren Gesangsparts und zu stark ist der Einfluss des (Thrash) Metal.

Auf klare Gesangsparts setzen sie freilich schon länger, denn Sänger Matthew Heafy ist nicht der erste und bleibt wohl auch nicht der letzte Metalbarde, dem das Growlen zu sehr auf die Stimme schlug. Und entweder kann man dann irgendwann gar nichts mehr von sich geben, oder man mäßigt sich, wie im Falle von Trivium. Im Gegensatz jedoch zu beispielsweise Disturbed, wo David Draiman das Mikro bedient und die einen ähnlichen Gesangsweg beschritten haben, gewinnen Trivium auf „In Waves“ dadurch sogar noch an Dramatik und Energie. Letztlich spielen sie hier auch einfach ein gutes Pfund härter.

So gibt’s hier definitiv ordentlich was auf die Nuss und nach einem kurzen Intro haut der Titeltrack „In Waves“ den geneigten Hörer gleich mal aus dem Sitz. Für mich jetzt schon einer der ganz großen Titel der letzten Jahre, das Stück hat es wirklich in sich und lässt den Nacken reichlich zucken. Ansprechende Tempowechsel, mächtige Schlagzeuggewitter, heftige Gitarren und einen kompletten Text astrein zum Mitgrölen, das lässt keine Wünsche offen.

Leider, und das muss man so sagen, wirkt dieser Übertitel noch lange nach, die folgenden Stücke welken mehr oder weniger in seinem Schatten vor sich hin. Erst zur Mitte wird es wieder spannender und mit „Black“ gelingt ein weiteres Ausrufezeichen, dem vier weitere ordentliche Stücke folgen. Zum Ende kippt die Scheibe wieder leicht ab, eingeleitet vom etwas schwächelnden „Chaos Reigns“. Darauf folgt das balladenartige „Of All These Yesterdays“, ein ganz klarer Tiefpunkt auf „In Waves“, ehe wir ordnungsgemäß mit dem knappen Outro „Leaving This World Behind“ verabschiedet werden.

Das alles bewegt sich meist in der Schnittmenge von (wenig) Metalcore, Thrash und einigen Melodic Death Metal Anleihen, immer unterstrichen durch reichlich geile Riffs. Dabei gehen die Texte nie wirklich in die Tiefe und sind oftmals auch nicht sehr ausführlich. Langatmige Texte wären dem ganzen aber auch nicht wirklich dienlich und würden wohl einiges an Dynamik und Druck heraus nehmen. Doch gerade Dynamik und Druck machen dieses Album aus. Und obwohl die erwähnten Schwächen den Hörspaß leicht trüben, ist der Gesamteindruck des Langspielers gut. Diese neue Selbstdefinition, die Trivium hier abliefern, lässt aufhorchen und macht wirklich Lust auf mehr.

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