Tricky – Tricky meets South Rakkas Crew

von Benjamin am 9. Januar 2010

in Musik!

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Eine ganze Generation von Alben wird noch (und wurde schon, es hat natürlich schon angefangen, sonst könnte ich nicht drüber schreiben) an den neuen Produktionsmechanismen zugrunde gehen. Es ist ja so: als Musiker eine Idee im Kopf zu haben, bedeutet, sie schnellstmöglich zur Speicherung zu bringen. Je schneller, desto besser. Für Musiker, die sich nicht mit langem Songwriting aufhalten müssen oder wollen gilt das natürlich ganz besonders. Einerseits haben die neuen Produktionstechniken (ich zähle jetzt einfach mal ein paar auf: Sampling, Digitalisierung, digitale Effekte, endlose Speicherung, Platzgewinn durch kleine Geräte, Verfügbarkeit durch geringen Anschaffungskosten, Cut-Up-Techniken etc.) überhaupt erst neue Musik hervorgebracht (eben Musik, die Tracks erschafft und keine Songs mehr, wodurch traditionelleres Songwriting obsolet wurde) und jetzt beißt sich das Ganze durch exponentielle Steigerung der Aufnahmegeschwindigkeitsmöglichkeiten in den Schwanz. Das Resultat sind Alben wie Trickys „Tricky meets South Rakkas Crew“. An Eintönigkeit und Gleichlautigkeit ist dieses Album bisher kaum übertroffen. Da wirken die neuen Promo-Fotos mit Tabakdampf vor Trickys Gesicht so gar nicht passend. Auf dem Album glänzt alles durch Ananalogie. Käme heraus, dass doch mit echten Instrumenten gearbeitet wurde, so würde es mich sehr interessieren, mithilfe welche Mikrofone da der Sound abgenommen wurde. Ansonsten ist das Album eine Aneinanderreihung von Presets und Templates, gekrönt mit Plattitüden und Gemeinplätzen aus Dub und Dancehall und neuen Mixturen wie Grime und Dubstep. Uninspiriert und hingeklatscht klingen die Songs, so gar nicht wie der analoge Rauch vor Trickys Gesicht das zuerst vermitteln will.

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