Travis – Ode To J. Smith

von Sterereo am 1. Oktober 2008

in Musik!

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Ob es Fran Healy bereut hat dieses Album so zu nennen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spaß macht immer und überall zu erklären, dass mit J. Smith nur ein Platzhaltermensch mit Allerweltsname gemeint ist um das Songwriting zu anonymisieren. Doch eine Frage bleibt, wie klingte so etwas?

Eine Ode hat immer etwas mystisch-mittelalterliches, wenn nicht gar sakrales. Genau an dieser Stelle meiner Assoziation holt mich J. Smith ab. Nachdem die Travis-typischen Klavierelemente schon in „Chinese Blues“ von wummernden E-Gitarren abgelöst wurden, setzt dort auch „Ode To J.Smith“ an und wird von jaulenden Gitarren und einem dramatischen Mönchschor unter die Kirchenkuppel gehoben. Ein faszinierender, wie wegweisender Songteufel, der die Parole der neuen, alten (Narren)Freiheit von Travis vom Himmel zu rufen scheint. Doch woher die Zügellosigkeit? Einfach. Die Schotten befinden sich wieder beim eigenen Label „Red Telephone Box“ und schließen damit den Kreis zur Debütsingle „All I Want To Do Is Rock“. Diesen Slogan im Hinterkopf kramte Fran Healy eine alte E-Gitarre hervor und schrieb darauf in Windeseile das Album. Im Studio zimmert die Band etwas zusammen, was dem angestaubten Brit-Pop mit druckvollen E-Gitarren („Something Anything“, „Long Way Down“) ein kleines Facelift verpasst. Umso beruhigter wird das aus „The Invisible Band“ bekannte Banjo in „Last Words“ zur Kenntnis genommen. Auf eine waschechte Ballade wartet man bis zu abschließenden „Before You Were Young“. Davor glänzt dar wundervolle „Song To Self“. Vielleicht die schönste Single der 12-jährigen Bandhistorie.

Nach den glatt-gewienerten Werken wie „12 Memories“ oder „The Boy With No Name“ ist der gepflegte Sound wieder etwas roher geworden, was den Schotten erstaunlich gut zu Gesicht steht. Eine kleine Überraschung, mit der bei Travis wohl immer gerechnet werden musste.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo Oktober 11, 2008 um 16:26 Uhr

Schönes aus dem Nähkästchen: Habe meiner Freundin die CD ins Auto gelegt, für den rund halbstündigen Arbeitsweg. Mit Musik hat sie nicht sonderlich viel am Hut, aber auf Travis konnten wir uns bisher immer einigen. Witzigerweise kam die Scheibe nach einem Tag zurück mit den Worten: „Das ist mir zu rockig“. Seitdem gibt’s wieder „12 Memories“. 😉

2 Hififi Oktober 11, 2008 um 18:11 Uhr

Kenn bisher nur den „Mönchschor“ und der war ganz unterhaltsam. Muss ja gestehen, dass ich Travis eigentlich schon abgeschrieben hatte, bin jetzt aber wieder neugierig geworden.

3 Sterereo Oktober 11, 2008 um 18:14 Uhr

Hör’s dir doch einfach auf myspace an: http://www.myspace.com/travis . Anspieltipp auch ganz klar „Song To Self“ und das schmissige „Something Anything“.

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