Tone – Small Arm Of Sea

von Pynchon am 30. August 2009

in Musik!

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Tone, das ist eine One Woman-Show der dänischen Singer-Songwriterin Sofie Nielsen, die ihr eigenproduziertes Debüt im Übrigen neben dem regulären Verkauf zusätzlich als Gratis-Download auf ihrer Homepage (tonetone.org/tone-small-arm-of-sea-download) zur Verfügung stellt. Eine bemerkenswerte Vorgehensweise, die Radiohead im vorletzten Jahr neben einem aufgeregten Medien-Echo sicher auch einige zusätzliche Fans einbrachte. Für den traditionellen Kauf des Albums spricht vielleicht dennoch, dass CD wie Vinyl eine DVD mit innovativen Videos beiliegt, die die Veröffentlichung zu einem audiovisuellem Erlebnis machen soll. Und dreimal dürft ihr raten, wer höchstselbst die Videos inszeniert hat..? Sofie Nilson ist eine umtriebige Künstlerin!

Ihre Musik kann man wohl genretechnisch als Indietronic einordnen, teils experimentelle, teils eingängig-melancholische Melodien, die mit elektronischen Elementen wie Backbeats angereichert sind und untermalt werden von Nilsons tatsächlich ziemlich faszinierenden Gesang, der mich bisweilen in seiner Intensität an Björk erinnert. Assoziationen zu Trip Hop-Größen wie Massive Attack oder Portishead sind vermutlich ebenso naheliegend wie unvermeidbar, aber Tonte liefert keine Abziehmucke, sondern gekonnte Klang-Spielereien, die eine völlig eigenständige Qualität haben. Im Opener „My mind exploded“, der bereits die atmosphärische Richtung vorgibt, legt sich Nilsons Stimme, wie aus einem dichten Nebel kommend, auf den elektronischen Teppich aus minimalistischer Melodie-Fragmenten und kräftigen Beats. Mit „I am long“ hat es Tonte sogar zu einiger Popularität in ihrem Heimatland gebracht, wo der Song zu einem erfolgreichen Radio-Hit wurde. Das erstaunt mich jetzt aber schon, denn so richtig radiokompatibel ist Tontes Musik eigentlich nicht.

Es ist die Mischung aus zarter Verletzlichkeit, vor allem transportiert durch den Gesang, und der kalten Präzision der reduzierten Elektro-Elemente, die den Charakter des Albums ausmacht. Wie das Klagen einer einsamen Seele im dunklen Wald einer technisierten, teilnahmslosen Welt.

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