Tired Pony – The Place We Ran From

von Pynchon am 8. August 2010

in Musik!

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Vielleicht beruht es auf einer subjektiven Fehleinschätzung, dass sogenannte Sidekick-Projekte momentan recht angesagt sind. Zumindest hat die generationenübergreifende Rock-Heroen-Zusammenarbeit Them Crooked Vultures, die den Bogen von Led Zeppelin hin zu den in Routine versackten Foo Fighters spannt (die noch immer interessanten Queens of the Stone Age sollen hier nicht unter den Tisch fallen), einigen Classic Rock-Staub aufgewirbelt – meiner Meinung nach am Ende aber doch eher enttäuscht.

Der Vorrede genug, Tired Pony sind zwar nicht gleichwertig namhaft besetzt wie die Vultures, bieten dem geneigten Musikfan jedoch auch einige Aha!-Momente: Den Anfang machte Gary Lightbody von Snow Patrol, der einige stille Momente auf der letzten Tour dazu nutzte, ein paar Sachen für sein damals noch imaginäres Nebenprojekt zu schreiben. Hinzu kamen schließlich unter anderem Belle & Sebastian-Drummer Richard Colburn und Peter Buck von R.E.M., während Tom Smith von den Editors und „(500) Days of Summer“-Augenschmaus Zooey Deschanel, die ja auch musiziert, und zwar bei She & Him, bei einzelnen Songs mitwirken. Um es kurz und schmerzlos zu machen: Das Resultat ist absolut zufriedenstellend, wobei, eigentlich sogar mehr als das!

Der Opener „North Western Skies“ ist eine gefühlvolle, ja intime Slow Rock-Nummer mit subtilen Anleihen im Country – einfach und würdevoll dargebracht. In „Get On The Road“ komplettiert bereits genannte Zooey Deschanel mit ihrem prägnanten Gesang ein Duett, das gefühlvoll zu fragiler Gitarren- und Piano-Untermalung auf der Klaviatur melancholischer Verrückung spielt und schließlich, mit einsetzendem Schlagzeug, in einer temporeichen Ballade mündet, die mich an die guten, alten Wilco erinnert. Mein persönlicher Favorit ist übrigens das traurig-schöne „The Deepest Ocean There Is“. Auch ein Elliott Smith scheint nicht fern, insofern man die fein komponierte, sparsam orchestrierte Einfühlsamkeit der Songs als Bezugspunkt nimmt. Keine Frage, das ist gute Musik! In „Dead American Writer“ klingt ein wenig Roy Orbison mit, überhaupt hat das gesamte Album einen nostalgischen, klassischen Grundton. Während Gary Lightbody’s Hauptband Snow Patrol für mich eher im Pop-Mittelfeld spielt, stürmt sein Sidekick Tired Pony mit intensivem „Low Key“- Rock Richtung internationale Plätze.

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1 Pynchon August 8, 2010 um 18:43 Uhr

Hab ich bei all der berechtigten Lobhudelei über die schöne Musik total vergessen zu erwähnen: Das ist doch wirklich mal ein großartiges Coverbild!
Sollte man mal gesagt haben, die meisten Covers sind nämlich eher so lálá… das hier würde ich mir sogar als Poster an die Wand hängen! (dann müsste ich allerdings Lena Meyer-Landrut abhängen…)

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