Tindersticks – The Hungry Saw

von Sterereo am 4. Mai 2008

in Musik!

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Stuart Staples ist zentrales Organ bei den Tindersticks. Nach Soloausflügen formierte er sich wieder mit David Boulter und Neil Fraser zu einer Band. Zusammen setzen sie wundervolle Worte zu melancholischen Texten, gefühlvolle Arrangements zu unaufdringlichen Klängen und das Herz der Hörer unweigerlich an den richtigen Fleck. So bedrohlich die Säge auf dem Cover ihren Weg durch die Blutkammern frisst, so schaurig schön ist die fast bluesigen Platte. „The Hungry Saw“ ist eine Herzensangelegenheit.

Geradezu entschuldigend unaufdringlich plätschert das Intro dahin. Töne werden sachte angespielt und wie Kerzen wieder gelöscht. Nur langsam nimmt die Platte so etwas wie Fahrt auf. Schicke Up-Tempo-Nummern werden dann mit Trompeten garniert („Yesterday Tomorrow“). Über alles jedoch schwebt unantastbar die eindringliche Stimme Staples, als wolle er sagen: „Stehen blieben, hier wird auf die Musik gehört.“, denn zum „Nebenbeihören“ eignet sich keiner seiner Songs.

Auch in kurzen, gesanglosen Zwischenspielen wird die melanchonische Grundstimmung beeindrucken transportiert. So rotiert bei „The Organist Entertains“ gemächlich eine Hammond-Orgel und tanz vor dem inneren Auge einen langsamen Walzer mit den bittersüßen Streichern.

Danach startet das titelgebende und beeindruckenste Stück der Platte seinen Siegeszug. Die Textzeile „There’s a crack of the bone/and he’s at your heart“ beschreibt noch einmal exakt, worum es bei „The Hungry Saw” geht: Keine Durchhalteparolen, reine Herzensbrecher.

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