Timo Breker – Learn and Wait (EP)

von Pynchon am 20. Juli 2009

in Musik!

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Schon das Cover macht klar, worum es bei Timo Breker geht: Neben einem Stapel großformatiger Fotobände gefläzt, die auf ein feinfühliges Kunstinteresse hindeuten, hockt der Songwriter mit angezogenem Knie und in die Handfläche gestütztem, seitlich geneigten Kopf – die schweren Augenlider geschlossenen – auf einem schmutzig-verratzten Teppich (smells like grunge spirit) und verkörpert somit nicht nur die seit dem Mittelalter klassische Denker-, sondern auch Melancholiker-Pose. Timo Breker ist augenscheinlich keine Rampensau.

Und seine Musik ist dann auch, wie schon irgendwie zu erahnen war, vor allem empfindsam. Kein Wunder, informiert uns der Pressetext, denn mit der Musik hat Timo sein Asthma besiegt. Und nebenbei populären männlichen Schmusesängern wie Damien Rice oder John Mayer seine Reminiszenz erwiesen. In seinen soften Gitarrenstücken, immer wieder mit seelenvollen „uuhuuuu – uuhuuuu“- Gesangspassagen angereichert, liegt eine ganze Menge an Gefühl, was nicht schlecht ist, und man wähnt sich, nun selbst die Augen geschlossen, an einen mitternächtlichen, südländischen Strand gemeinsam mit anderen einsamen Seelen um ein Lagerfeuer gedrängt, schon halb in den Schlaf versunken und seufzend zu den schwermütig hervor gepressten Songs hin und herwiegend, ganz sachte. Besonders abwechslungsreich ist das Album zwar nicht, allesamt ruhige Gitarrenstücke halt (auch wenn das finale, titelgebende „Learn and Wait“, angetrieben von einem Schlagzeug, etwas Tempo aufnimmt), aber da die EP ohnehin nur fünf Stücke umfasst, fällt das nicht weiter negativ ins Gewicht.

Auch wenn mich die Musik insgesamt dann doch nicht so mitreißt, bin ich davon überzeugt, dass Timo Breker seinen Weg machen wird – denn so oder so ähnlich hören sich die Gitarrenballaden, die gern im Radio oder auf MTV rauf und runter gespielt werden, nun einmal an. Das passt schon.

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