Times New Viking – Dancer Equired

von Pynchon am 3. Mai 2011

in Musik!

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Dem äußerst toleranten Genre des Indie-Rock, das gern auch Dilettantentum akzeptiert, wenn es nur beherzt genug dargeboten wird, diesem schönen Musikgenre sei es also gedankt, dass es so sympathische Werdegänge wie jenen der drei ehemaligen Kunststudenten aus Columbus, Ohio, hervorbringt, die sich 2003 trafen, um gemeinsam zu musizieren, und sich auch dadurch nicht beirren ließen, dass keiner von ihnen – zumindest eigener Aussagen zufolge – ein Instrument beherrschte oder singen konnte.

Ihre ersten Alben haben Times New Viking, wie sich Keyboarderin und Sängerin Beth Murphy und ihre beiden Kollegen, Drummer Adam Elliott und Gitarrist Jared Phillips, fortan nannten, noch gänzlich amateurhaft auf VHS-Tape aufgezeichnet. Und auch wenn nun mit „Dancer Equired“ das erste Studioalbum ansteht und das US-Trio Dank einigem autodidaktischem Eifer sein Spiel perfektioniert hat, klingt ihre Musik, die man wohl irgendwo zwischen Noise, 60’s Psychedelic und Fuzz-Rock einordnen kann, noch immer erfrischend dreckig und Lo Fi.

Ohne weiter lange um den heißen Brei zu schwadronieren, ich finde das neue Werk der Times New Viking große Klasse! Die insgesamt 14 Stücke des Albums, zumeist kürzer als drei Minuten, klingen absolut frisch, innovativ, auf charmante und gewollte Weise unperfekt – und sie rocken. Es liegt nicht nur an Beth Murphys poetisch-hypnotischem, oftmals leicht tönendem Gesang, dass mir Kim Deal und die tollen frühen Alben der Breeders in den Sinn kommen. Dennoch – und erstaunlich genug – tappen Times New Viking irgendwie nicht in die gefährliche Retro-Falle, die so oft nur Aufgewärmtes auftischt, sondern klingen bei allen Referenzen berauschend modern. Es leben die Dilettanten!

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