Thorn.Eleven – Circles

von Hififi am 7. März 2009

in Musik!

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Das Leben ist eins der schwersten, soviel steht ja mal fest und so ist es natürlich nett von Thorn.Eleven, dass sie uns darauf aufmerksam machen. Titel wie „Lost“ und „Misery“ sind wenig subtil und auch „Miracle“ lässt eine kleine Hasstirade an einen bösen Menschen los. Soviel Hoffnungslosigkeit im wunderschönen Heidelberg?

Subil ist hier eh schon mal gar nichts, sodass es nichts ausmacht mal so richtig plakativ zu werden, „are you waiting for a fucking miracle“ (aus „Miracle“). Mit Ghettoslang um sich werfen, rumschreien, wie in „Quicksand“, aber auf keinen Fall Nu Metal sein wollen, schon klar. Grunge sein wollen, ist natürlich cooler, bloß das Grunge, so wie er ursprünglich mal klang, mit dem planlosen Rumgeriffe auf „Circles“ nun so gar nichts zu tun hat.

Die letzten Jahre waren allerdings nicht leicht für David Becker, Matthias Heinz, Kai Mücke und ihrem neuen Drummer Kai Bergerin, denn sie trennten sich von ihrer Plattenfirma, nachdem sie ihre Interessen nicht würdig vertreten sahen. Jetzt ist „Circles“ natürlich eine Art Freischwimmen, ein „Hallo, wir sind wieder da“ und so ist es um so bedauerlicher, dass ihr viertes Album so sehr nach einem Schnellschuss klingt und die wenigen hörenswerten Ansätze der zwölf Songs schnell durch Standards wieder abgelöst werden, die wirklich hochklassigen Bands unwürdig wären. Ein weiteres Indiz für diese These sind die Songtitel, die, bis auf eine Ausnahme, nur aus einem Wort bestehen, so als ob die Band einfach die vorläufigen Arbeitstitel belassen hätte. Wie um die Behauptung zu untermalen, besticht „Do You Miss Me“ durch Prog-Anleihen, die ein wenig an Tool erinnern und wenigstens nicht immer nur nach vorne gehen, sondern hervorheben, dass es sich bei Thorn.Eleven nicht nur um eine stumpfe Riff-Band handelt. Jetzt müssen sie nur beim nächsten Album ihr Potential mehr ausschöpfen, denn verloren ist trotz dieses halbgaren Schnellschusses noch nichts.

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