The White Stripes – Philipshalle Düsseldorf, 29.10.05

von Sterereo am 31. Oktober 2005

in Feierlichkeiten

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Wie war das noch gleich? Meg und Jack spielen nicht in Ländern in denen sie schon gewesen sind? Nach Auftritten am Amazonasufer bekamen sie anscheinend doch Sehnsucht nach Deutschland. Eine sechsköpfige Chaostruppe bestehend aus Hififi, timon, redtom, shark, Franz und meiner Wenigkeit wagte für euch den Trip nach Düsseldorf und pilgerten wie tausende andere in die Philipshalle, um eine genial Show der „Geschwister“ zu sehen.

Die Vorband hieß „The Greenhorns“, und sie waren ebenso unaufregend wie der Bandname selbst. Mit ihrem uninspirierten (oder überinspirierten?) Retro-Rock schafften sie es genauso wie „The Doors“, „The Beatles“ oder anderer dieser Zeit zu klingen. Einzig der Drummer, der die Sticks so hielt, als hätte er das Kit um den Bauch geschnallt, verbesserte den dürftigen Eindruck leicht.

In der Umbauphase konnte der biertrinkende Tribünensitzer seine Augen schlechter als bei der Vorband von der Bühne trennen. Es wurde eine Leinwand hochgezogen, die später von hinten angeleuchtet wurde und den Riesenapfel plastisch wirken ließ, unzählige Instrumente (Drums, Gitarre, Riesenxylofon, Bongotrommeln und Piano) mussten Platz auf der Bühne finden und weiß besprühten Zimmerpalmen rundeten das Bühnenbild ab. Jetzt fehlten nur noch die beiden Detroiter, um in dieser bunten und großen Garage zu rocken.

Und das taten sie! Ohne Ansage und unter großem Jubel ging es mit der ersten Single „Blue Orchid“ ihres aktuellen Albums direkt vorwärts los. Die Setlist ließ keinen Wunsch unerfüllt. Logisch kam das meiste von der neuen „Get Behind Me Satan“. So rockte „My Doorbelll“ die Meute, obwohl Mr. White hinter dem Piano verschwand. Besonders cool die Einlagen der zierlichen Meg, die ihr Drumkit nur selten verließ. Zum Beispiel für „Passiv Manipulation“, wo sie allen Mädels rät auf ihre Mütter zu hören. Danach kam sie erst wieder hervor, um sich die Bongos zu schnappen und sich im Schneidersitz auf die Bühne zu setzen und Jacks Gesang bei „As Ugly As I Seem“ zu unterstützen – wunderschön. Nach „The Nurse“, „The Denial Twist“, „Red Rain” (klingeling) haben sie es wirklich geschafft fast das komplette neue Album herunterzureißen. Sahnehäubchen kamen in der langen Zugabe dazu, Klassiker wie „Hardest Button To Button“ und den Smashhit „Seven Nation Army“.

Wahrhaft erstaunlich wie es dieses kleine Bändchen mit nur zwei Mitgliedern schafft ihren Studio-Sound auf die Bühne zu bringen und dabei noch so herrlich rockig zu klingen. Manche kreischenden Gitarreneinlagen ließen den ganz in schwarz gekleideten Jack White fast wie einen gewissen Herrn Hendrix wirken. Hätte er auf den Boden liegen mit den Zähnen gespielt, wäre der Eindruck perfekt gewesen. Einzig einen Vergleich für das Trommelspiel von Meg zu finden ist schwer. Spielt sie doch so eigensinnig und verspielt, dass sich jeder absolut sicher ist, dass sie nie einen Musiklehrer gehabt haben kann. Aber macht dies nicht genau den Reiz der Stripes aus?

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo November 1, 2005 um 14:21 Uhr

Auf der einslive Homepage gibt es noch ein paar Fotos von dem Auftritt in der Philipshalle. Schaut selbst: http://www.einslive.de/dersektor/die_events_-_das_war/the_white_stripes_2005_in_duesseldorf.phtml

2 sharrrrrk November 6, 2005 um 14:37 Uhr

ich kann das geschriebene nur bestätigen!! das konzert war hammer! wobei die restliche abendgestaltung einen mindestens genausolange arktikel „wert“ wäre.oder etwa nicht Franz? ;D

3 Sterereo November 6, 2005 um 18:10 Uhr

Jop, wie der da mit seinem Magnum auf der Bank saß, werd ich wohl nie vergessen! Zug verpasst – Kumpels kalt erwischt – egal, hauptsache ich und mein Magnum. 🙂

Ansonsten wars aber wirklich ein sehr spaßiger feucht-fröhlicher Abend!

4 Hififi November 8, 2005 um 18:52 Uhr

Die besoffenen Paderborn-Fans nicht zu vergessen. OHA!

5 timon November 9, 2005 um 17:45 Uhr

Ich sing nur: „Du hast die Haare schön, du hast die Haare schön, ….“

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