The White Stripes – Icky Thump

von am 11. Juni 2007

in Musik!

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Icky Thump, das ist das jüngste Baby von Meg und Jack White. Über Albumtitel wundert man sich jetzt bei den Stripes sowieso schon nicht mehr. Dafür zeigen Sie bei jedem neuen Album neue Facetten ihres unverkennbaren Blues/Rock/Americana Sounds, der den amerikanischen Nashville Sound auf eine ganz neue Ebene gebracht hat.

Wer Get Behind Me Satan, das letzte Album in sein Herz geschlossen hat, wird erstmal überrascht sein. Jack hat sein Piano wieder in die Ecke gestellt und die Gitarre wieder laut aufgedreht. So marschiert Icky Thump, Titelsong des Albums, um den Titelhelden Icky Thump, auch schon gewaltig los und zeigt, was man vom Album zu erwarten hat. Dreckigen Blues Rock mit verspielten Gitarrensoli und Schlagzeug-Märschen (vielleicht kann Meg nicht anderes als Märsche ;o). Sobald man sich in den Titelsong eingewöhnt hat erschließt sich einem die ganze Spielgewalt der Stripes, die auch nicht mehr brauchen als Gitarre und Drums, um große Songs zu schreiben. Vollen Bandsounds bekommen Stripes-Fans inzwischen ja bei den Raconteurs. Das tut den Stripes auch gut, so kitzelt Jack aus den gegebenen Instrumenten alles heraus und führt den White Stripes Sound zurück zu seinen Wurzeln.

Jack White’s Affinität zu Lateinamerika zeigt sich in den vielen kleinen Geschichten um Immigranten in den amerikanischen Südstaaten und dem Trompetenspiel (!!) in Conquest. Das Duell Trompete – Gitarre bei diesem Track dürfte auf jeden Fall in die Geschichte des Indie-Rock eingehen. Insgesamt ist Icky Thump ein Geschenk für Stripes Fans der ersten Stunde und dürfte „Satan“ Fans erst einmal abschrecken. Aber ein Reinhören lohnt sich

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1 Sterereo Juni 13, 2007 um 13:18 Uhr

Naja, noch einen Kracher wie „Elephant“ wird es wohl so schnell nicht mehr geben. Auch so ein Jahrhundertriff wie das aus „Seven Nation Army“ nicht. Allerdings muss ich sagen, dass ich „Get Behind Me Satan“ gemocht habe, zwar nicht so wie „Elephant“, aber immerhin. Ich lese aus der Rezi jedenfalls, dass die Stripes weiterhin sich treu bleiben und weiterentwickeln und also mit anderen Worten alles richtig machen. Kann es kaum erwarten das Album bald unter die Ohren zu bekommen!

2 Iain Juni 13, 2007 um 18:58 Uhr

ist eben ganz schön, Leute in Redaktionen zu kennen ;o)

Die 2 Tage dürften aber auch noch zu schaffen sein.

3 Sterereo Juni 13, 2007 um 19:47 Uhr

Jap, gerade so. Und gut dass du das mit der Redaktion erwähnst, ein unbekanntbleibendes Mitglieder unserer schönen Seite hatte schon bedenken wegen Legalität der Rezension angemeldet. 🙂

4 Iain Juni 13, 2007 um 20:17 Uhr

ein gesundes Misstrauen ist ja auch normal und bei Alben, die auch gerade frisch ins Internet geleakt sind natürlich verständnlich, aber Freunde in der Lenz-Redaktion („Jugendmagazin“ unserer Tageszeitung) sind natürlich durchaus praktisch und helfen Rechtskonflikte zu vermeiden ;o)

5 RockinBen Juli 9, 2007 um 19:09 Uhr

So, lange überlegt, ob ich mir das Album kaufen sollte und ich muss sagen: Ja, das muss man sich kaufen, denn:
1. White Stripes kehren in einigen Songs zu ihren Wurzeln zurück, wiederholen sich aber in keinster Weise.
2. Weiterhin werden Überraschungen eingebaut, so dass es nicht langweilig wird.
3. Ein richtiger Hit mit ordentlich Ohrwurmqualitäten ist auch drauf: „You don’t know what love is (you just do as your told)“
Ja, meine Liebe zu Meg & Jack wird immer größer!

6 MissMono Juli 12, 2007 um 15:05 Uhr

Oh Bitte! Die White Stripes sind die Blues-Rock-Götter des neuen Jahrtausends und wer sie nicht versteht soll schweigen, denn über gute Musik lässt sich nicht streiten.
„Seven Nation Army“, zweifelos ein Überhit, doch wer diesen für den besten Song der Band hält hat aufgehört die Band zu lieben bevor er sie verstanden hat.
Den unverwechselbaren Sound haben sie ja nunmal gebunkert und ihre Position mit dem neuen Album definitiv gesetzt. Hier hält wahre Kunst die Töne zusammen und wer „Icky Thump“ verstörend findet sollte seine Freunschaft mit den WS nun beenden, denn er ist unwürdig.
Die dreckige Orgel des namengebenden Openers erfasst den Hörer wie ein Orkan und geschütteln von den Klängen des Wahnsinns will dieser auch nicht mehr zurück. Er will nur noch weiter fliegen und höher. Und mehr Staub. Bitte! Und gerne einen Bourbon dazu. Danke!
„Conquest“ ist im übrigen eine Coverversion aus den 50er von einer Dame namens Petti Page (nicht zu verwechseln mit dem Pin-Up Betty Page 😉 und erinnert von der Intensität her mindestens an die letzten 6 Minuten von Ravels Bolero in feinster Mariachi-Manier. Und zu allem Überfluss zieht Meg auch noch im spröden, schottischen Technogewand bei den Velvet Underground ein und nimmt dabei scheinbar ordentlich Speed. WOW!
Neben dem ganzen Wahnsinn findet man aber auch den gewohnt rauen WS-Rock’N’Roll der ersten Stunde. Das „Doorbell“-Klavier sucht hier vergebens, wer es finden will, aber die musikalische Spannweite ist auch so schon extrem. Jack ist einfach ein begnadeter Gittarist und hat auch genug Soli um das zu präsentieren. Aber nie langweilig, da die Songs einfach immer gut und frisch klingen. Hier findet der gemeine DJ sicher auch was zum Bedienen der Masse und muss trotzdem den Anspruch nicht runterschrauben.
Jack und Meg sammeln Kleinode der Musik und verweben sie mit ihrer Eigenen wie kaum eine andere Band.
Sie sind nicht einfach schwarz-rot-weiße Garderobenständer. Sie sammeln Lumpen und fügen sie zu Kunstwerken zusammen. Vermischen Musik, Kunst, Mode, etc. und geben so ihrem Schaffen diese einzigartige Identität. Inspiriert durch das Counrty- aber auch Blues-Flair der Südstaaten vermischen sie alte Tradition mit Zukunftweisendem und sind sicher noch längst nicht am Ende ihrer Kräfte. Genie und Wahnsinn liegen nah bei einander.

🙂

7 otic Juli 15, 2007 um 18:06 Uhr

Äh M. warst du betrunken, als du das geschrieben hast?
:-))

8 MissMono Juli 16, 2007 um 13:01 Uhr

nö. lost in music. warum, stimmt’s nicht?

😉

9 RockinBen Juli 17, 2007 um 12:14 Uhr

@MissMono: was Du schreibst, kann ich soweit nachvollziehen. Nur „Bands verstehen“ und „unwürdig sein“ in Bezug auf Fan von Bands find ich doof. Gibt dem ganzen einen Allmachtsanspruch und ist mir zu elitär. Sowas ist für Musikjournalisten!

10 Sterereo Juli 17, 2007 um 14:08 Uhr

Sind wir nicht sowieso alle Musik-Nazis? 😉

11 MissMono Juli 18, 2007 um 10:28 Uhr

?und auch als Musik-Nazi muss man nicht alles sooo ernst nehmen.
Ist doch ein Smiley unter dem Text. Ich meine das zwar so wie geschrieben,
aber ein Augenzwinkern ist schon dabei.

12 RockinBen Juli 19, 2007 um 09:06 Uhr

auch wenn es nicht ganz ernst gemeint war: ich finde die oben genannten Wendungen auch mit weniger Ernst doof, so ist das nämlich.

Und außerdem: Wir sind Musikfaschisten, denn nicht jeder Faschist ist ein Nazi, aber jeder Nazi ein Faschist. Bzw. Ich war ein Musikfaschist: Inzwischen höre ich sogar Songs, bei denen Damon Albarn singt! Früher habe ich nur Song 2 gehört, weil ich wusste, dass er das als Verarsche aufgenommen hat… aber was er da bei The Good, the bad & the Queen macht, beeindruckend! Und ich habe mir trotz Karpatenhund Locas in Love angehört. Aber ich schweife ab…

13 MissMono Juli 19, 2007 um 16:32 Uhr

Lass und doch einfach den Begriff N.E.R.D. verwenden.
Der ist politikfrei und musikalisch. Whatever: „Fly Or Die“!

PS: Ich bin ein böses Mädchen. Ich liebe Damon Albarn und Oasis.

😉

14 RockinBen Juli 19, 2007 um 18:33 Uhr

Du hast gewonnen, denn ich mag böse Mädchen 😛

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