The Walkmen – Heaven

von Pynchon am 27. Juni 2012

in Musik!

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Hier erstmal die New Yorker Indie-Größen von The Walkmen amtlich vorstellen zu wollen, erscheint mir irgendwie unangemessen. Die kennt man doch wohl, oder? Sollte man zumindest, spätestens seit dem begnadet vollendeten „You & Me“ von 2008 – davor haben sie vornehmlich zornigen Indierock gespielt. Inzwischen dominieren mit dem typisch hallenden Sound und dem Piano-getragenen, ausgetüftelten Retro-Sound eher die leisen, melancholischen Töne.

Zugegeben, schon „Lisbon“ von vor zwei Jahren reichte für mich nicht an den Vorgänger ran, trumpfte aber mit ein paar schönen Schätzen auf. Ein Eindruck, den auch das neue Album „Heaven“ nach den ersten Hördurchläufen auf mich macht. Die Stärken der Band sind offensichtlich und kommen auch hier zum Tragen: Die Jungs arrangieren ihre Songs einfach mit großer Finesse und bringen Melodien zustande, die sofort eine große Palette an Emotionen bedienen können, vornehmlich für Melancholiker und sanfte Gemüter. Hamilton Leithausers Gesang finde ich ohnehin ganz groß, und wer da vielleicht erstmal skeptisch oder anderer Meinung ist, der gebe sich bitte einen Ruck, lege am späten Abend, kurz vor dem Schlafengehen, die neue Scheibe ein und höre sich bei Dunkelheit Stück Nummer 6, „Line By Line“ an – ist das nun eine charismatische Stimme oder was?! Und ein Mörderstück zudem.

„Heaven“ treffsicher in das Euvre der Band einzuordnen und ein ultimatives Urteil zu fällen, wie weit es möglicherweise hinter „You & Me“ zurückliegt und andererseits vielleicht den direkten Vorgänger „Lisbon“ toppt – das ist mir nach so kurzer Zeit nicht möglich. Was wiederum ein gutes Zeichen dafür ist, dass dieses Album noch mehr Aufmerksamkeit fordert und auch verdient. Denn skeptisch oder gar enttäuscht bin ich auf keinen Fall. Im Gegenteil, das Album ist stark. Es wird seinen Weg machen und es wird mich, irgendwann, vielleicht in einem stillen Moment des Nachts, gefangennehmen. Gut gemacht, Walkmen!

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