The Verve – Forth

von Benjamin am 1. September 2008

in Musik!

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The Verve sind zurück! Und zwar in der Urbesetzung. Vergessen jeder Streit, vergessen die mittelmäßigen Soloalben von Sänger Richard Ashcroft. Die atmosphärische und traumwandlerische Seite des Britpop zeigt uns, wie ein Comeback funktioniert!

Der Opener als Standortbestimmung: „Sit and Wonder“! ein fast 7minütiges Stück in bester Stone Roses-Tradition. Das Problem 2008 bei einem solchen Song ist, dass man direkt an Kasabian denkt und fast vergisst, dass (The) Verve 1989 zum ersten Mal die musikalische Bühne betraten, The Stone Roses und Primal Scream, die diesen Sound maßgeblich geprägt haben, schon Mitte der 1980er Musik veröffentlichten. Sei’s drum: ein großartiger Song! Die Single „Love is noise“ ist deutlich massentauglicher und könnte fast aus der „Achtung Baby“-Phase von U2 sein. Die gesampleten Gesangsfetzen/Laute im Song machen ihn spannend und heben ihn aus der Masse anderer Popsongs erfrischend hervor. Ruhiger, sphärischer geht es bei bei „Rather Be“ vor. The Verve scheinen nichts verlernt zu haben: Rock, Pop, Ballade, aber immer spannend und frisch. Geht ins Ohr, ohne zu langweilen! Wobei der Hauptaugenmerk, wie oft bei The Verve eher auf ruhigen Songs liegt, bei denen man oft das Gefühl hat, sie wären direkt während einer Jamsession aufgenommen worden.

Wenn Richard Ashcroft bei „Judas“ einen Falsett-Gesang anstimmt, dann kommen wieder Erinnerung an U2 hoch. Machen The Verve 2008 die Songs, die U2 nie aufgenommen haben um ihre Radiotauglichkeit nicht aufs Spiel zu setzen? Man könnte es glauben, aber da dazu sind The Verve zu autark. Spätestens bei der genuschelten Ballade „Numbless“ wird klar, dass The Verve in einer eigenen Liga spielen. Weltschmerz und tiefergehenden Fragen jenseits des Mainstream stehen neben der Lust am Musizieren im Vordergrund. The Verve könnten wieder den großen Popsong (was sie ja auch schon mit „Bittersweet Symphony oder „The Drugs don’t work“ getan haben) schreiben und jedem Song auf „Forth“ merkt man auch das Potential an.

Weitere Anspieltipps sind „Noise Epic“ – der Name ist Programm – und „Valium Skies“, die romantische und hoffnungsvolle Ballade. Das Album lässt den Hörer immer etwas Neues entdecken, macht wieder Lust auf The Verve und untermauert deren einzigartige Stellung.

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