The Temper Trap – Conditions

von am 9. August 2009

in Musik!

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Kondition braucht man auf jeden Fall für dieses Album (auch wenn es nicht der tatsächlichen Übersetzung entspricht) es sei denn man ist Fan gutgemachter Pop-Musik. Die Spätwerke von U2 (vor allem das von The Edge einst so revolutionierte Gitarrenecho ist oft wieder zu finden) und Coldplay sind hier stark hörbar und so kommen Fans dieser Bands auf jeden Fall auf ihre Kosten. Die Songs sind glatt poliert und massentauglich produziert. Die Songstruktur ist nach dem Teaser-Prinzip aufgebaut. Die Songs beginnen langsam, um die Aufmerksamkeit zu sammeln und werden im Refrain zu großen Gesten aufgeplustert. Es klingt so, als wollten die Jungs in Stadien spielen und man sieht beim Hören vorm inneren Auge zu Beginn der Songs eine dunkle Bühne, die unisono mit Beginn des Refrain von Licht geflutet wird, bis die Augen brennen. Große Gesten. Leider erkennt man nicht viel dahinter, außer einer weiteren Band, die hoch hinaus will und darum nahezu gehaltlose Popsongs schreibt. Das zeigen schon Songtitel, wie „Love Lost“. Es gibt keine Überraschungen und die Songs passen 1A auf den Soundtrack einer Teen-High-School Serie, bzw. eignen sich als Hintergrundmusik einer Werbung für ein sommerliches Erfrischungsgetränk oder einen sommerlichen Handytarif. Denn melodisch sind die Songs und dank Jim Abiss auch super produziert. Es ist Musik für die Allgemeinheit und die Major Labels. „Down River“ erinnert im Anfangsriff stark an einen Song des Altmeisters Lou Reed, aber auf der wilden Seite wird hier nicht „gewalkt“. Auch dieser Song bleibt nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Zusätzlich wird man als Hörer auch noch äußerst unvorteilhaft entlassen. Der „Drum Song“ besteht aus einem durchgehenden Drum-Pattern das mit Gitarrenechos versetzt wird. Leider sind dies immer die gleichen Echos. Es ist als erklimme man einen steinigen Berg. Man ist froh wenn er vorbei ist.

Einzige Überraschung ist der fast schon Stoner-Rock anmutende Song „Resurrection“. Hier wird endlich mal mit einem sehr tollen Basslauf ein bisschen aus dem Mainstream ausgebrochen und das Falsett des Sängers passt super dazu. Wäre dieser Song mit Lo-Fi Ästhetik aufgenommen, er hätte zum Kauf ermuntert.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 Justy August 9, 2009 um 16:56 Uhr

tolles debüt, wie ich finde, aber was ist ein sommerlicher handytarif? einer mit niedrigen roaming-kosten, damit man im urlaub günstig telefoniert? 🙂

2 Vincent August 14, 2009 um 20:52 Uhr

Ja also für ein Debut, klar recht gut vor allem hinsichtlich des Alters, aber es geht unter, da es viel verglichbares gibt. Trotzdem ja ganz gut gehyped. Sommerlicher Tarif ist ein „Werbesprech“ und bedeutet, dass etwas nur im Sommer günstig ist und danach nie wieder, als Köder quasi. Dabei wird es schon bald den Wintertarif geben, der genauso günstig ist. Das hab ich dann hier praktisch als Metapher angebracht 😉

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