The Strange Death of Liberal England – Drown Your Heart Again

von Pynchon am 19. Oktober 2010

in Musik!

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Mag es an der kürzlichen Veröffentlichung des neuen Albums von Arcade Fire liegen, das selbstredend eine Menge Staub aufgewirbelt hat, aber in letzter Zeit kommen mir doch eine ganze Menge Bands unter, die nach den kanadischen Lieblings-Indies aller Musikjournalisten klingen. An Fanfarlo und ihr beachtliches Debüt „Reservoir“ muss ich da beispielsweise denken. Und eben auch, lange Rede kurzer Sinn, an die englischen Debütanten mit dem prägnanten Namen The Strange Death of Liberal England.

Deren Musik, nach eigenem Bekunden vom Naturschauspiel der nahen Küste und des brandenden Meeres inspiriert, ist tatsächlich sowohl melodietrunken als auch von einem gewissen orchestralen Pathos getragen, für das ja auch Arcade Fire berühmt wurden. Da der Vergleich im Grunde aber etwas zu hoch ist für die ordentliche, jedoch nicht weiter aufsehenserregende Musik von The Strange Death of Liberal England, will ich es lieber damit bewenden lassen, auch wenn die Verwandtschaft zu Arcade Fire in einigen Stücken doch inzestuösen Charakter bekommt.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, nichts an „Drown Your Heart Again“ ist musikalisch wirklich schlecht, nur halt eben im Grundton bisweilen zu gefällig und in seinem Bombast auch nervig. Man kennt es halt schon, und vor allem noch eine Klasse besser. Da mag in einem Song wie „Lighthouse“ noch so sehr der Refrain vielstimmig geschmettert werden und das Orchester auf die Pauke hauen (im übertragenem Sinne, denn trotz instrumenteller Vielfalt habe ich eine Pauke ausgerechnet nicht heraushören können), aber manchmal sind es doch eher die intimen, zurückhaltenden Stücke Popmusik, die mehr zu bewegen vermögen.

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