The Stilettos – Fuck it Rock it

von Pynchon am 26. Februar 2010

in Musik!

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Der simple wie plakative Titel “Fuck it Rock it” lässt im Grunde keinen Zweifel, in welche Richtung sich The Stilettos, eine dreiköpfige, bereits seit zehn Jahren bestehende Rockband aus den Niederlanden, bewegen – geradliniger, schneller Rock mit einem Einschlag Punk-Nostalgie.

Entsprechend lakonisch und schrammelig kommen die Songs rüber, musikalisch nicht sonderlich ausgefeilt, darüber unbestreitbar mit einem rasanten Tempo und eingängigem Sound. Titel wie „Born in the City“ oder „Going down and lovin it“ sind einerseits zwar alles andere als innovativ – der Refrain kommt ebenso unvermeidbar an den erwarteten Stellen wie die Gitarrensoli und die hämmernden Drum-Passagen – , andererseits wollen sie den Rock aber auch nicht neu erfinden und bedienen jene gealterten Zuhörer, die vor dreißig Jahren wahrscheinlich ihre Kinderzimmer mit Postern herausgestreckter Kiss-Zungen tapeziert haben, mit den bewährten Party-Akkorden.

Dazwischen gibt es mit „Unprotected Sex“ oder „Gimmegimme“ kurze Punk-Adrenalinstöße, die nach kaum einer Minute für das nächste Stück Platz machen. Das hört sich alles in allem wie aus dem Rock-Almanach nachkomponiert an, ohne Risiken, aber immerhin gekonnt rübergebracht. Einige Nummern wie „Some say high“ gefallen mir durchaus gut und machen sich sicher auf Konzerten sehr gut. Die Texte, etwa in „Do what you wanna do“, sind erwartungsgemäß schlicht gehalten und überfordern den geneigten Konzert-Mitgröler sicher nicht: „Do what you wanna do, say what you wanna say, go where you wanna go, smoke what you wanna smoke, shoot what you wanna shoot, eat what you wanna eat, if it´s gonne make you feel good”.

Das ist wohl, ganz ähnlich wie die Musik, bewusst beliebig und inhaltsarm gehalten, da es letztlich auf überschaubarem Niveau darum geht, Fans bewährter Rock-Musik zu unterhalten und mit dem zu versorgen, was sie kennen, kannten und auch in Zukunft nicht missen möchten. Langeweile, aber absolut routiniert serviert.

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1 Hififi Februar 27, 2010 um 02:18 Uhr

Wenn ich ehrlich sein darf, hätte ich nach dem Lesen des Albumtitels diese CD in die Tonne gekloppt. Es soll jetzt kein falscher Eindruck entstehen, die Rezensenten, die Hififi gestalten, können schon so einiges ertragen, aber „Fuck it Rock it“ disqualifiziert sich von selbst. Ein bisschen wie Effes Stinkefinger – ihm sicher ein Anliegen, aber der Rest der Welt hätte darauf verzichten können. Für die jung Geborenen: Nix gut!

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