The Sons – Visiting Hours

von Hififi am 2. März 2009

in Musik!

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The Sons kommen aus Derby, eines von den Städtchen, welches zwar groß, wo aber ansonsten der Hund erfroren ist. Vor allem musikalisch, aber Langeweile ist vielleicht nicht der schlechteste Indikator für eine Band ihr Schaffen ein wenig voran zu treiben. Auch wenn die Vier um Hauptsongwriter Paul Herron sich erst einmal drei Jahre lang den Arsch abtouren mussten, um einen Plattendeal ergattern zu können.

Die Hürde ist erfreulicherweise mittlerweile genommen und so präsentiert uns „Visiting Hours“ dreizehn gelungene Brit Pop-Schmanckerl zwischen Razorlight und (ganz unbritisch) Wilco, an deren frühe Platten mich dieses Debüt ganz vehement erinnert. Razorlight, wie sie mittlerweile nun einmal klingen und Wilco, wie sie vor über zehn Jahren zu „Summerteeth“-Zeiten klangen und wo man sie sich manchmal wieder hinwünscht, wenn Jeff Tweedy zu kopflastig zu Werke geht. Vor allem „Beside The Sea“ an dritter Stelle wartet mit einem typischen Tweedy-Songwriting auf und Herron’s Gesang tut ein Übriges. Aber ohne die üblichen Verdächtigen ins Feld zu führen, die, die in den 60ern den britischen Gitarrenpop salonfähig gemacht haben, lässt sich schlecht Wilco sagen und erst recht nicht The Sons. Das abgenutzte „The“ gibt ja auch schon genug Auskunft. Also, Beatles sind drin, die Kinks und wie sie alle heißen… sucht euch was aus. Schon wären wir beim einzigen Problem, welches sich förmlich aufdrängt: The Sons übertreiben es manchmal mit dem Abwechslungsreichtum. Nach drei verschiedenen Bands gleichzeitig klingen zu wollen, ist einerseits ambitioniert, aber dann auch schnell zu viel des Guten.

Abgesehen davon handelt es sich bei „Visiting Hours“ aber wirklich um ein hervorragendes Album mit überdurchschnittlich vielen, hitverdächtigen Songs und mit „Welcome Home Again“, Kids With Knives“ und „Heroes“ seien mal drei genannt, die es ohne Umwege in jedermanns Gehörgänge schaffen sollten, um dort zu verweilen.

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