The Sons – The Prime Words Committee

von am 24. September 2011

in Musik!

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Die Hervorhebung des Pop in allem und allen hat in letzter dafür gesorgt, dass sich ein Album wie „The Prime Words Committee“ ungeniert im traumhaften Schnulz suhlen kann. Denn selbst der gefälligste Pop wird mittlerweile von der Indiepolizei anerkannt. Das macht es eine Spur weniger aufregend, frech mit Elton-John-Bezügen herumzuhantieren als hätte man den immer schon gut finden dürfen, ändert aber nichts an der All-Inklusive-Qualität des zweiten Albums der Sons. In Klartext bedeutet das: „„The Prime Words Committee“ liegt so tief im sogenannten Mainstream, dass diese Tatsache eigentlich gar nicht zu bemängeln ist. Wer eine ultraeingängige Paul-Simon-Spieluhrmelodie wie „Better Days“ aufnimmt will auch nirgendwo anders hin. Umgeschneiderte Melodiefetzen anderer großer Bands springen einem reichlich entgegen. Kurios ist allerdings die Assoziation, die einem im Mittelteil von „Out Of Sight“ in den Hirnwindungen vibriert: Ist das wirklich „Wir Müssen Hier Raus“ von Ton Steine Scherben? Dazu noch etwas britischer Clash-Pop – fertig ist ein neues ultrazahmes Stück Musik, das selbst der bösen Schwiegermutter nicht auf die Nerven gehen kann.

Von REM bis Pete Droge liegen die musikalischen Wurzeln für eine englische Band auffällig häufig jenseits des Atlantiks. Mit der Vorabsingle „New Obsession“ zeigen die Jungs, dass sie nicht nur altmodischen Folkpop drauf haben, sondern dass sie ihr Mittelspur-Konzept auch auf dem im Jahre 2011 nicht mehr ganz angesagten, frickeligen Postpunk anwenden können. Und das ist schon hörenswert, wenn auch alles andere als originell. Insgesamt gehört „The Prime Words Committee“ zu den Alben, über die man sich trotz ihrer Gefälligkeit beim besten Willen nicht aufregen kann. Musik, wie man sie gut und gerne im Radio hören mag, aber für die man sich kaum die Mühe macht, den MP3-Player zu starten oder gar eine CD einzulegen.

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