The Rudes – Elevator Up

von Pynchon am 10. April 2011

in Musik!

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Na sowas, ein Pressetext, der einerseits eine Punkrock-Band ankündigt, andererseits aber verlautbart, die gar nicht so groben Rudes kämen „weitgehend ohne Tattoos, harte Drinks und Pöbeleien aus“? Also eher Knuddeln mit den Schwiegermamas bei Limo und Keksen? Ist ja nicht schlimm, solange sie nicht nach Bryan Adams oder Jon Bon Jovi klingen. Was, die machen keinen Punkrock? Stimmt natürlich, aber da ohnehin fast alles den Stempel „Punk“ aufgeklebt bekommt, sollte mal wieder festgestellt werden, dass Punkrock selbstverständlich längst tot ist – weil er sich so gut verkauft.

The Rudes sind also eine im Grunde sehr höfliche Band aus Deutschland, die konventionellen Rock spielt und – ein letztes Presseinfo-Zitat – „fast immer Vollgas“ gibt. Was bedeutet, dass die insgesamt dreizehn Songs des Albums mit nicht zu leugnendem Engagement gespielt werden, temporeich und handwerklich sauber. Das ist ja durchaus lobenswert und passt auch zu meinem vorherrschenden Eindruck, dass ich die Rudes mit ordentlichem Erfolg in kleineren Clubs vor geneigtem, soliden Rock präferierenden Publikum spielen sehe, ihr nicht weiter aufregendes musikalisches Material mit dem nötigen Verve präsentierend und somit zum Mitrocken animierend.

Abgesehen von ihren unterstellten Konzert-Qualitäten verlieren sie für mich eindeutig da, wo ich mich ausschließlich auf die Qualität der Musik konzentriere, die aus meinen Boxen dröhnt. Das Handwerk stimmt, alles paletti, aber der Rock kommt dermaßen konventionell und altbacken rüber, dass mich schon vor der Hälfte des Albums die Langeweile ergriffen hat. Das hab ich bereits millionenfach ziemlich exakt genau so gehört, warum noch ein weiteres Mal?

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