The Pipettes – Köln, Prime Club, 18.10.06

von Sterereo am 24. Oktober 2006

in Feierlichkeiten

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Es ist so wundervoll in Köln zu studieren. Das Angebot an Konzerten und Kneipen ist hier um gefühlte 1000 Prozent höher als in Hüllhorst. Lediglich zwei Tage nach den Deftones kommen auch die Pipettes an den Rhein, nur knapp 10 Fußminuten von meiner Bleibe entfernt in den Prime Club.

An der Abendkasse gibt es noch Tickets, klasse, auf dem Bildschirm schlägt Bremen gerade Sofia auch super, und auf der Bühne spielt sich der Gitarrist der Cassettes (die Band hinter den Pipettes) warm, sehr schön.

Verträumt fummelt Bobby mit Pedalen und Beatmaschine ein paar verträume Melodien aus den Lautsprechern und singt dazu manchmal mehr, manchmal weniger gut.

Das relativ kleine Prime Club füllt sich zusehends und als gegen zehn Uhr wieder wer auf die Bühne steigt, glaube ich, es könnten die Pipettes sein. Doch nix da: noch eine Vorband, die nicht angekündigt war. Vier junge Burschen aus London liefern lupenreinen Franz-Ferdinand rock ab. Eine Single käme auch bald in den Laden, und zwar den Plattenladen neben an. Keine Schuldband also, wie das Outfit des Drummers vermuten lässt, sondern richtige Profis mit Plattenvertrag. Vielleicht hört man irgendwann noch etwas von den unbekannten Jungs. Nach dem letzten Lied stellen sich die Kollegen dann doch noch brav vor: The Michelles. Tatsächlich, ich hatte schon von ihnen gehört. Als ich in Berlin war, wurden Flyer für ihren Gig verteilt, der nicht in meinen Stundenplan passte. Das hätte ich also damit nachgeholt.

Jetzt will ich aber die Pipettes! Die drei Mädels aus Brighton haben mir schon vor Wochen den Kopf verdreht und ich muss sie von Zeit zu Zeit einfach hören. Vielleicht hören sie auf in meinem Kopf zu herum zu spuken, sobald ich sie gesehen habe? Frommer Wunsch. Denn als die drei Grazien die Bühne stürmen und eine augenschmeichelnde Choreografie nach der anderen aus den ärmellosen Einteilern schütteln, bin ich wieder in ihrem Bann gefangen. Da ist es auch egal wie männerfeindlich Songs wie die Songs ihres aktuellen Albums „We are The Pipettes“ sind. Bei „Pull Shapes“, „Dirty Mind“ und „Judy“ singt und tanzt sowieso jeder mit, ob mit oder ohne zwei X-Chromosomen. Irgendwann beschwert sich Gwenno dennoch über ihre Stimme, kriegt aber nur flapsige Antworten im besten Brighton-Britisch von ihren Kolleginnen Riot Becki und Rosey. Zu Recht; In einem neuen Stück trifft sie das Hohe-C so sich, dass fast alle Kölschstangen im Club bersten. Stimmgewaltig ist es auch auf der Bühne, das Trio aus der Kooks-Stadt. Aber einen Wehrmutstropfen gibt es, das Material reicht nur für eine knappe Stunde.

Dafür gibt es als persönliche Zugabe noch ein Schwätzchen mit dem Michelles Sänger Gustav am Merchendise Stand (Scheiße, alle Pipettes Buttons sind ausverkauft). Dennoch sehr zur Freude meiner mitgekommenen Mitbewohnerin, verspricht der schicke Blondschopf doch schon bald nach Köln zurück zu kommen. Wann allerdings meine Pipettes wiederkommen, steht in den Sternen. Die Therapie hat nämlich nicht gewirkt. Im Gegenteil, jetzt möchte ich sie singen _und_ tanzen sehen…

Kleine Videos des Abends:

Pipettes am Tanzen

Riot Becki am Singen und Tanzen

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Oktober 25, 2006 um 21:03 Uhr

ein stimmgewaltiges Quartett aus drei Mädels? oder verstehe ich da was nicht richtig? egal, Hauptsache ist doch: Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett. (Fritz Walter jun. über seinen damaligen Sturmpartner beim VFB Stuttgart)

2 Sterereo Oktober 26, 2006 um 18:28 Uhr

Ups. Peinlich peinlich. War natürlich Trio gemeint. Ich habs mal geändert. 🙂 Du hast nichts gesehen!!

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