The Notwist – The Devil, You+Me

von Sterereo am 9. Mai 2008

in Musik!

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Sechs Jahre soll es her sein, dass The Notwist unter dem Namen The Notwist eine Platte aufgenommen haben. Normalerweise müsste hier also von Comeback oder ähnlichem Schmu die Rede sein. Nicht bei den Weilheimern. Denn die versuche ich mir schon seit Jahren mir ihrem 2002er Fixstern „Neon Golden“ satt zu hören. Vergeblich.

Trotzdem, ein Wiedersehen nach so langer Zeit hat etwas sentimentales. Doch Markus Achers Stimme nimmt mich sofort wieder so warmherzig in die Arme, wie er mich verlassen hat. Ich bin sofort wieder „One With The Freaks“. Wie ein Familientreffen. Nur am Schlagzeug lugt ein Neuer hervor: Andi Haberl.

Dessen Spiel trägt den ersten Song „Good Lies“, zusammen mit den Gitarren, die ebenso von Motorpsychos „Trust Us“ stammen könnten, während unterschwellig Martin Gretschmann alias Console mit seinen Elektro-Effekten den Klanghorizont verschiebt. Aus dem Orchestergraben ertönt „Where In This World“. Hier buhlt die Elektronik mit der Streicherfront. Geduldig singt Archer „There is no escape/from this circling place“ und die Gedanken schweifen durch das Universum. Bewährte Methoden kommen zum Einsatz wie binomische Formeln. „Gloomy Planets“ gedoppelter Gesang wird auf einem Kanal durch den Verzerrer gedrückt. Berechnung paart sich mit Gefühl, „I want to sing your algebra“, heißt es passend in „Alphabet“, bevor die Gitarren wie entfesselte Höllenhunde loskreischen. Eine ungebremste Variable, die schon den Nichtmehr-Pop von Talk Talk ausgebremst hat und vielleicht im Coverart seine Anspielung findet.

Bei „The Devil, You+Me“ fühle ich mich wieder heimisch. The Notwist scheinen eine Matheformel für verschrobenen Indie-Pop erfunden zu haben. Ein Konzept von Zeitlosigkeit. Ob der Teufel im Spiel ist? Wer weiß.

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1 Hififi Mai 9, 2008 um 23:45 Uhr

Ich glaube auch, dass dieses Cover eine Art Hommage an die großartigen Talk Talk darstellt und auch wenn es keine allzu offensichtlichen Gemeinsamkeiten zwischen The Notwist und Talk Talk zu geben scheint, so doch die absolute Einzigartigkeit der Musik, die auch nach Jahrzehnten für sich selbst steht und stehen wird. Gute Rezi!

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